"Teile unserer Gesellschaft sind nicht nur kaputt, sondern krank. Wenn wir zwölf- oder 13-jährige Kinder plündern sehen, wenn wir sehen, wie ein verletzter Mann ausgeraubt wird - dann wird klar, dass in unserer Gesellschaft manche Dinge schrecklich falsch laufen"
Mit Adam Smith, nachzulesen auf wikiquote, ließe sich folgendes ergänzen: "No society can surely be flourishing and happy, of which the far greater part of the members are poor and miserable."
Ich meine mich erinnern zu können, dass der geschätzte Herr Cameron noch hinzufügte, dass die jungen Randalierenden niemals die rechte Unterscheidung zwischen "Richtig" und "Falsch" erlernt hätten. Bleibt zu fragen von wem sie es lernen sollen, wenn die Eltern dazu nicht in der Lage sind. Etwa von denjenigen, die beruflich mit dem Eigentum anderer Handel betreiben? Schade, dass es einer gesellschaftlichen Unterschicht bislang noch nicht gelungen ist, derart subtil Raub zu betreiben. Schade, dass denen letztlich bzw. mit logischen Konsequenz nur die Straße übrig bleibt, was ganz offensichtlich völlig destruktiv wirkt und darauf hinaus läuft, dass es in einer Revolution der neuen Markenschuhe und Blackberrys endet, d.h. in einer Revolution der Statussymbole. Eine gänzlich einfältige Logik: derjenige, der die meisten Statussymbole anhäuft, ist derjenige, der das Sagen hat bzw. ist derjenige, der Respektiert wird. Eine Logik, die jedoch die "Richtige" zu sein scheint, wenn man sich innerhalb der herrschenden Klasse, welcher ein Herr Cameron angehört, mal umsieht. Wenn es diese obere Klasse ist, die eine untere Klasse zur Rechtschaffenheit erziehen will, diesen jedoch die notwendigen Mittel dazu verwehrt bzw. beständig kürzt, dann frage ich mich doch mit allem Ernst, ob es dann nicht auch logisch ist, dass sich diese untere Schicht irgendwann verarscht vorkommt bzw. es dieser Gewahr wird, dass es ihnen niemals so ergehen wird, wie einer Paris Hilton, sondern dass sich dieses System darauf stützt, dass es diejenigen in der Illusion belässt wohl möglich irgendwann mal reich und erfolgreich zu sein. Und was macht man, wenn man nicht das bekommt, was man haben möchte? Richtig, man wird gewalttätig. So wie man es von denjenigen gelernt hat, die den Unterschied zwischen "Richtig" und "Falsch" begriffen haben. (Um Newbubble nicht zu verärgern: daher können z.B. auch Fundamentalisten herkommen - also diejenigen, die kein gestörtes Verhältnis zu ihren Eltern haben und aus u.a. diesem Grund mit Teilmantelgeschossen um sich schießen, um die europäische Kultur vor dem Untergang zu bewahren - sondern diejenigen, die eine andere Form von "Moral" suchen, in der derjenige das größte Heil empfängt, der einer hypermoralischen Instanz gefallen will, wozu es keinerlei Geld bedarf).
Ja Herr Cameron. Es ist eine amoralische Kultur. Und an dieser Kultur sind diejenigen Schuld, die sowieso schon irgendwie amoralisch aussehen, weil sie nur einmal in der Woche duschen gehen. Gott sei Dank, dass es noch Schichten in unserer Gesellschaft gibt, die stets auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht sind. Wer Armani trägt, kann kein schlechter Mensch sein.
Um meinen Zynismus an einer Stelle zu unterbrechen: Die Straße als die demokratische Instanz der Meinungsäußerung (daher haben da Panzer o.ä. nichts zu suchen) verliert allerdings ihre Legitimation, wenn dabei Menschen ums Leben kommen...
PS: I'm starting to think that the Left might actually be right - Telegraph