Posts by Tob

    du als einzelner der nur Anweisungen von oben ausführen muss


    Wurde der traditionelle deutsche Kadavergehorsam immer noch nicht überwunden? Scheint ja demnach ein lustiger Verein zu sein. Oder steckt dahinter nicht doch ein wenig erlebnisorientierte Gewaltgeilheit? Wäre nur allzumenschlich (und mir ist derartiges auch zu Ohren gekommen) und wird bei Kategorie C Fans sicherlich ähnlich sein (mit der Ausnahme, dass deren Gewalt nicht legitimiert wird von denen "da oben") - aber ob es Verhältnismäßig ist mit Pfefferspray und Wasserwerfern gegen Stuttgart 21 Demonstranten vorzugehen halte ich für fragwürdig.


    Diese Instanz ist mir irgendwie suspekt - zumindest wenn man seine eigene Handlungsfreiheit hinter einer Instanz versteckt - aber mir zugegeben immer noch lieber als paranoide, mit Finndloch drohende, gemäßigte Hobby Verfassungsschützer.
    ...und Spaß machts ja doch irgendwie :)

    ...und wir werden uns bedanken bei denjenigen, die Manns genug waren einen Feldzug gegen jenes Böse in der Welt anzutreten. Wir danken euch ihr Methodisten, ihr Baptisten und auch ihr Puritaner. Wir danken vor allem dir Jerry Farwell, dass du George W. Bush bei der christlichen Rechte der Vereinigten Staaten rehabilitieren konntest. Wir danken dir, Mr. Farwell, weiterhin dafür, dass dein Ziehsohn deine fundamentalistischen Thesen derart verinnerlichte, dass dieser letztlich selbst glaubte eine Art Gottgesandter zu sein, um gegen das Böse, die ewige Schlange, einen Kreuzzugund gerechten Krieg zu initiieren.
    God bless America!




    Michele Bachmann: Sarah Palin reloaded | Politik | ZEIT ONLINE

    "Teile unserer Gesellschaft sind nicht nur kaputt, sondern krank. Wenn wir zwölf- oder 13-jährige Kinder plündern sehen, wenn wir sehen, wie ein verletzter Mann ausgeraubt wird - dann wird klar, dass in unserer Gesellschaft manche Dinge schrecklich falsch laufen"


    Mit Adam Smith, nachzulesen auf wikiquote, ließe sich folgendes ergänzen: "No society can surely be flourishing and happy, of which the far greater part of the members are poor and miserable."
    Ich meine mich erinnern zu können, dass der geschätzte Herr Cameron noch hinzufügte, dass die jungen Randalierenden niemals die rechte Unterscheidung zwischen "Richtig" und "Falsch" erlernt hätten. Bleibt zu fragen von wem sie es lernen sollen, wenn die Eltern dazu nicht in der Lage sind. Etwa von denjenigen, die beruflich mit dem Eigentum anderer Handel betreiben? Schade, dass es einer gesellschaftlichen Unterschicht bislang noch nicht gelungen ist, derart subtil Raub zu betreiben. Schade, dass denen letztlich bzw. mit logischen Konsequenz nur die Straße übrig bleibt, was ganz offensichtlich völlig destruktiv wirkt und darauf hinaus läuft, dass es in einer Revolution der neuen Markenschuhe und Blackberrys endet, d.h. in einer Revolution der Statussymbole. Eine gänzlich einfältige Logik: derjenige, der die meisten Statussymbole anhäuft, ist derjenige, der das Sagen hat bzw. ist derjenige, der Respektiert wird. Eine Logik, die jedoch die "Richtige" zu sein scheint, wenn man sich innerhalb der herrschenden Klasse, welcher ein Herr Cameron angehört, mal umsieht. Wenn es diese obere Klasse ist, die eine untere Klasse zur Rechtschaffenheit erziehen will, diesen jedoch die notwendigen Mittel dazu verwehrt bzw. beständig kürzt, dann frage ich mich doch mit allem Ernst, ob es dann nicht auch logisch ist, dass sich diese untere Schicht irgendwann verarscht vorkommt bzw. es dieser Gewahr wird, dass es ihnen niemals so ergehen wird, wie einer Paris Hilton, sondern dass sich dieses System darauf stützt, dass es diejenigen in der Illusion belässt wohl möglich irgendwann mal reich und erfolgreich zu sein. Und was macht man, wenn man nicht das bekommt, was man haben möchte? Richtig, man wird gewalttätig. So wie man es von denjenigen gelernt hat, die den Unterschied zwischen "Richtig" und "Falsch" begriffen haben. (Um Newbubble nicht zu verärgern: daher können z.B. auch Fundamentalisten herkommen - also diejenigen, die kein gestörtes Verhältnis zu ihren Eltern haben und aus u.a. diesem Grund mit Teilmantelgeschossen um sich schießen, um die europäische Kultur vor dem Untergang zu bewahren - sondern diejenigen, die eine andere Form von "Moral" suchen, in der derjenige das größte Heil empfängt, der einer hypermoralischen Instanz gefallen will, wozu es keinerlei Geld bedarf).


    Ja Herr Cameron. Es ist eine amoralische Kultur. Und an dieser Kultur sind diejenigen Schuld, die sowieso schon irgendwie amoralisch aussehen, weil sie nur einmal in der Woche duschen gehen. Gott sei Dank, dass es noch Schichten in unserer Gesellschaft gibt, die stets auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht sind. Wer Armani trägt, kann kein schlechter Mensch sein.


    Um meinen Zynismus an einer Stelle zu unterbrechen: Die Straße als die demokratische Instanz der Meinungsäußerung (daher haben da Panzer o.ä. nichts zu suchen) verliert allerdings ihre Legitimation, wenn dabei Menschen ums Leben kommen...


    PS: I'm starting to think that the Left might actually be right - Telegraph

    Zu seinem Manifest etc.. werde ich mich aus Rechtsgründen nicht äußern.


    Weil es interessante Parallelen zu deinem Weltbild gibt, aber der "Islamisierung Europas" dann doch nicht Einhalt geboten werden solle, indem man in ritterlicher Manier bzw. mit ritterlich - nordischer Tapferkeit mit Sturmgewehr und Teilmantelgeschossen auf flüchtende Jugendliche und Kinder schießt? Bei den ganzen Hasstiraden, die sich im Netz so finden lassen und sich hinter einem Schleier von intellektueller Kritik und Humanismus verstecken, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand der langen Worte Taten folgen lässt. Kein "White Trash" wie in Oklahoma City, sondern ein Pseudo-Intellektueller Unternehmer, mit der paranoiden Endzeit Vorstellung, dass eine islamische Invasion, unterstützt von einer kommunistischen Weltverschwörung, eine westliche Gesellschaft bedrohe, und der in diesem Glauben derart gefestigt ist, dass jedes Mittel geheiligt werde. Fein säuberlich wurde da in eine Zeit des Dialogs und eine Zeit der bewaffneten Auseinandersetzung unterteilt. Man schneidert sich eine logische Welt zusammen, in der man letztlich durchdrehen muss, da jegliche Menschlichkeit hinweg "logisiert" werden kann: der logisch fundierte Massenmord; das Korrelat zum religiösen Fundamentalismus, wobei bei Breivik ebenso christliche Tendenzen zu finden sind: ein logisch-fundamentalistischer Bastard. Derart logische Weltmuster, in der alles auf ein statistisch errechnetes Ziel hinausläuft, stehen in deutschen Buchhandlungen zeitweise auf Bestseller Posten. Wer nun sagt, dass habe mit Islamkritik alles nichts zu tun, das ist ein Psychopath etc., kann in nächster Zeit ja mal überdenken, wie die letzten zehn Jahre "Islamkritik" wohl auf einen Großteil der Muslime gewirkt haben muss, die mit Fanatikern ebenso viel anfangen können, wie es nun bei einem Teil der selbsternannten Islamkritiker der Fall sein wird, die sich teilweise jetzt schon reflexartig völlig missverstanden fühlen...
    Massenmörder Breivik Das Massaker als ideologisches Fanal

    Entweder bin ich zu alt für den Mist - oder meine Ohren haben zu wenig Migrationshintergrund. Aber das, was da am Anfang passiert ist an Peinlichkeit echt schwer zu überbieten - ich bin immer noch schockiert, was ich mir da gerade angesehen hab...das kann doch wirklich nicht deren Ernst sein...
    Haftbefehl, Jeru the Damaja und Veysel Rheinkultur 2011 - Session - Rheinhiphop.de


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    und was wir derzeit erleben das ist auch gar nicht wahr.


    Es ist mir neu, das Erlebnisse einen Wahrheitwert in sich tragen bzw. dass man mittlerweile von sich aus von Wahrheiten affiziert wird, die darüber hinaus auch noch erlauben alle Zukunft des Weltgeschehens vorherzusehen. Muss wohl an den Überwachungskameras liegen, an denen man die vermeidliche Islamisierung Deutschlands jetzt schon live und authentisch miterleben kann. Genau so authentisch, wie man damals Desert Storm nachverfolgen konnte... :|
    Oder eine Allmachtsphantasie, die vllt. der europäischen Aufklärung geschuldet sein könnte, innerhalb dieser Islamkritiker Sekte ist man ja stets auf die eigene Kultur bedacht, die sich wohl gesteigert hat in dem Glauben, das Natur bzw. hier Gesellschaft jetzt nicht mehr nur beherrschbar, sondern auch noch voraussehbar ist. Da bedarf es wohl doch noch mal eines Allmächtigen Gottes, der seine Zöglinge mal in die Schranken weisen würde. Dass der Koran in den auserwählten Kennerkreisen der Kritiker so wörtlich und tief ernst genommen wird, macht diese schon mal zu potentiell guten und tauglichen Gläubigen.


    Du redest dir da einen Unfug zusammen, es geht um kein Ende


    Und verläuft die Zukunft nicht nach deinem/euren Wahrheitwert, deiner/eurer errechneten Zukunft, deiner/eurer Verheißung, dann ist das Ende nahe. Nichts als moralische Predigten.
    Ich glaube keinem Wahrsager. Insbesondere keinem, mit einem religiös - teleologischen - statistischen - paranoiden Wirrwarr Bild von Zeitgeschehen.

    Das wird nicht herbei phantasiert, es ist real. Jetzt !


    "Das schlechthin Unbedingte wird in der Erfahrung gar nicht angetroffen." (Ein Königsberger Phrasendrescher) Jetzt ist übrigens nicht morgen.
    Was in erster Linie eliminiert werden sollte, ist ein angestrebter Universalismus, der davon ausgeht, dass eine Religionsgemeinschaft in ihrer Ganzheit (!) die Weltmacht anstrebe - denn das geht aus keiner empirischen Realität unmittelbar hervor - das ist Apokalyptik oder auch Wahrsagerei - wer hier psychisch geschädigt ist sollte vor diesem Hintergrund gründlich überlegt sein.
    Es ist auch viel bequemer zu sagen, die sind so, weil ihre Religion sie dazu gemacht habe und weil sie ihre Religion so gemacht habe, sind sie jetzt in ihrem System befangen - dann ist es wirklich traurig, dass es wohl zu keinem Kontakt außerhalb dieses Systems gekommen ist, woran dann sicherlich auch wieder die Religion Schuld sei - vllt. ist das aber der Ansatzpunkt für einen produktiven Kampf, Lücken von außerhalb zu suchen, anstatt ein konsequent verächtlicher, paranoider Umgang. Das hat dann nur immer so einen missionarischen Beigeschmack. Daher ist alle Überheblichkeit völlig fehl am Platz, nicht nur aus psychologischer Sicht, sondern weil es dazu überhaupt keinen Anlass gibt.
    Bei konsequenter Ächtung ist jeder froh über ein System, das ihm Sinn und Halt im Leben gibt. Scheinbar hat es diese so überlegene säkulare Gesellschaft, nach 200 Jahren Gottesmord, noch nicht auf die Reihe bekommen, einen universalen Halt zu schaffen, für diejenigen, die dazu nicht unmittelbar selbst in der Lage sind. Und in einer Gesellschaft, der derartige Instanzen verloren gegangen sind, ist es ein gemütlicher Ort für Apokalyptiker, die das Ende aus den Zeichen der Zeit zu sehen vermögen, weil eh schon alles sehr lose ist, und dabei stets einen Hauptverantwortlichen suchen und finden.
    Mir wäre es lieber, ihr wäret wie Johannes der Täufer und verächtet euch selbst...


    Was hat das eine mit dem andern zu tun ?


    Das Eine ist Bedingung für das Andere, um es dir mal explizit zu verraten. Dein Denken ist nicht Wahrnehmungsunmittelbar.


    kein Frieden ohne Krieg !


    Das wusste selbst Mohammed schon. Und Jesus Christus - und wie die ganzen Propheten hießen. Die mussten auch erst mal alles "befrieden" mit ihrer menschenfeindlichen Moral - Islamkritik also doch nur eine Metaphysik?

    sag ihr das


    Jetzt wissen wir, dass der Nationalsozialismus religiöse Züge für sich nutzte - jeder der in der Schule aufgepasst hat, weiss das - vllt ist das auch Leistungskurs wissen. (Politische Religion – Wikipedia)
    Und ein Apokalyptiker, der mit Zahlen jongliert, bleibt Apokalyptiker mit einem obskuren teleologischen Geschichtsverständnis, wobei nur der Apokalyptiker weiss, wie es ausgeht - mittlerweile lässt sich das sogar ausrechnen. Schade nur, dass Geschichte nicht streng linear verläuft. Aber wer sich derart hochwertige Videos, wie "Multi Kulti TV" reinzieht, hat entweder keine Zeit um sich mit Geschichtsbegriffen, wie sie ein M. Foucault vertrat, auseinanderzusetzen oder ist halt zu simpel gestrickt dafür. Aber weder Paranoia noch ein einfach gestrickter Geist sind mein Geschäft. Viel Spaß bei der Zeitverschwendung. Hagen Rether gibt z.B. einen guten Literaturhinweis: Lessing.
    "Ach! eure Wissenschaft ist noch der Weisheit Kindheit,
    Der klugen Zeitvertreib, ein Trost der stolzen Blindheit!"
    (Gedanken über die Herrnhuter)


    Keinerlei inhaltliche Kritik.


    Es tut mir ja auch Leid, dass ich dir deine Statistiken nicht umrechnen kann und dir deine einfältige Welt damit schöner rechnen kann. Die Stellung zum Gedanken verändert sich leider auch nur, indem man interessante Literatur dazu zieht, die einem auf kunstvolle Art und Weise vorführt, wie man so zu denken pflegt (letztens gab es im TV ein 14 Jähriges Mädchen zu sehen, dass den Faust auswendig zu sagen wusste - gut, sie wird ihn nicht in allen Feinheiten verstehen, das wird niemand - aber wenn selbst 14 Jährige diesen u.a. wissenschaftskritischen Genuss zu lesen verstehen...) und eben nicht ständig zu Statistiken masturbiert bzw. daraus die Apokalypse kristallkugelartig deutet. Islamkritiker sind irgendwie auch nur Metaphysiker - alles leidvoll, alles Kampf.

    Kleine Wortmeldung von PAX Bürgerrechtlern



    Es ist wohl wieder die richtige Zeit für Apokalyptiker gekommen. Wenn etwas christlich - abendländisch ist, dann sind es tatsächlich Apokalypsen. Henoch Apokalypse, Johannesoffenbarung, Visio Sancti Pauli, PAX Europa. Auch in der Kunst erfreute sich das Vanitas Motiv großer Beliebtheit. Nur die Schwafelei von Grundgesetz ist neu. Wie säkular dieser Staat ist, zeigt bereits die Präambel...


    Aber es gibt Hoffnung laut wikipedia: "Die Existenz der bestehenden Gesellschaft und der Apokalyptiker schließt sich gegenseitig aus. Meist ist es die etablierte Weltsicht, die sich durchsetzt, die Apokalyptiker hingegen reiben sich auf oder ziehen sich zurück. Mitunter können solche Gruppen dann noch längere Zeit überdauern, bevor sie untergehen."

    Das bekennen zum Grundgesetz ist eine absolute Pflicht, wer das nicht kann sollte die BRD verlassen und zwar sofort, auch unter Zwang.



    Dass von jemanden, der Menschenwürde verbal konsequent antastet (Stichwort: "nutzlose Menschen" S. 30) und ein glühender Verehrer der Todesstrafe ist (ist jetzt nicht aktuell). War das jetzt Zynismus? Oder ist es mit dem Grundgesetz so wie es geschrieben steht nicht letztlich wie mit dem Koran (der vermeidliche Frevel ist mir an dieser Stelle egal). Dass dasjenige, was geschrieben steht, nicht mit Notwendigkeit das ist, was sich in Handlungen vollzieht. Sodass essentielle Stellen überlesen werden, andere wiederum mit allerlei Nachdruck forciert werden. An Art. 5, 1 wird dir sicherlich mehr liegen, als an Art. 1, 1, weil Art. 1, 1 auch so furchtbar offen formuliert ist und man gar nicht weiß, ob da jetzt von einer utillitaristischen Würde oder eine kategorische Würde die Rede ist. Von historisch - kritischer Exegese mal abgesehen, was für mich das eigentliche, konkrete Problem des Islam ist...es muss ja nicht gleich Neostrukturalismus sein...
    Also warum sich auf Dokumente stützen, die man eh nicht versteht - warum eloquent wirken wollen: Sag doch einfach "Ich will, dass die ihre Schnauze halten, nirgends anecken, mich mit ihrer widerlichen Individualität in Frieden lassen, sich brav in den Volkskörper einpassen und dabei nur produktiv sind!" Falls das zutrifft, Adorno lesen. :|

    Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, werden die Bewohner des Paradieses sein. Darin werden sie ewig bleiben.


    Nur ein Zwischenruf (ohngeachtet dieser mal wieder sehr hochwertigen soziologischen Diskussion... :| ): Diejenigen, die ohne Verheißung keine guten Werke tun können bzw. nicht in der Lage sind, durch eine ihnen vermeidlich übergeordnete Instanz, ihre eigenen Werke als gut zu bewerten, sind ziemlich traurige Gestalten in meinen Augen...und ich kenne keine Kritik die konstruktiver sein kann, als den Menschen dazu zu bringen zu sich selbst und seinem eigenem Potential zurückzukehren, und sich nicht von einem alles verzehrendem moralischen Unwesen verschlingen zu lassen; oder lyrischer:


    Ich kenne nichts Ärmeres
    Unter der Sonn' als euch Götter!
    Ihr nähret kümmerlich
    Von Opfersteuern
    Und Gebetshauch
    Eure Majestät
    Und darbtet, wären
    Nicht Kinder und Bettler
    Hoffnungsvolle Toren.


    (aus Goethe - Prometheus; etwas dialektisch - aber würde ich jedem Anti Metaphysiker empfehlen auswendig zu lernen :) )

    Bedenke man die herrschenden Regeln in den monotheistischen Religionen kann es gar nicht anders kommen als dass die Kriminalstatristik bei 0 liegt. Gebe mir bitte nur ein Beispiel die Abweicht von meiner These.


    Bedenke man, dass eine derartige moralische Kastration des Menschengeschlechtes nicht selbst schon verbrecherisch ist.


    "Jeder Naturalismus in der Moral, das heisst jede gesunde Moral ist von einem Instinkte des Lebens beherrscht, — irgend ein Gebot des Lebens wird mit einem bestimmten Kanon von „Soll” und „Soll nicht” erfüllt, irgend eine Hemmung und Feindseligkeit auf dem Wege des Lebens wird damit bei Seite geschafft. Die widernatürliche Moral, das heisst fast jede Moral, die bisher gelehrt, verehrt und gepredigt worden ist, wendet sich umgekehrt gerade gegen die Instinkte des Lebens, — sie ist eine bald heimliche, bald laute und freche Verurtheilung dieser Instinkte. Indem sie sagt „Gott sieht das Herz an,” sagt sie Nein zu den untersten und obersten Begehrungen des Lebens und nimmt Gott als Feind des Lebens ... Der Heilige, an dem Gott sein Wohlgefallen hat, ist der ideale Castrat ... Das Leben ist zu Ende, wo das „Reich Gottes” anfängt ... " (F. Nietzsche - Götzen Dämmerung)


    Wobei eine umfassende Moralkritik eig. durch derartige Äußerungen unnötig wird:


    Quote

    Original von Santi711doch sind Veränderung in einer Weltreligion wie dem Islam unmöglich, weil jegliche große Veränderungen verboten sind.


    Darin zeigt sich schon eine krankhafte Vorstellung, die sich stets auf eine unfehlbare Instanz berufen muss, welche einen vermeidlich höheren Platz zugeteilt bekommt, weil das unmittelbar diesseitige Leben so unvollkommen erscheint. Nicht das diesseitige Leben ist krankhaft und bedarf des metaphysischen Heil, sondern die Ablehnung und Abwertung dieses Lebens ist letztlich lebensverneinend und somit krankhaft. Die Abwertung des diesseitigen Lebens (ungeachtet, dass ein jenseitiges Leben überhaupt faktisch existiert und nicht nur moralisches Erziehungsmittel ist) vollzieht sich implizit in dem Versuch das menschliche Dasein nur innerhalb einer göttlichen Ordnung für gerechtfertigt zu betrachten, da der Mensch so vermeidlich unvollkommen sei im Lichte einer vollkommenen Gestalt.
    Jede große Veränderung bedeutet Fortschreiten - nicht im moralischen Sinne, sondern einem schöpferischen. Diejenigen die das verbieten, verbieten eine existentiale menschliche Fähigkeit und verbieten somit das Leben selbst.

    wird sicherlich zu spät sein, aber ich würde mal hier nach schauen: h t t p://www.goethezeitportal.de/wissen/dichtung/schnellkurs-goethe/klein-paris-studium-in-leipzig-und-frankfurter-rekonvaleszenz.html


    Dazu 'An Annetten' als Beispiel und weiter 'Anakreontik' bzw. 'Gelegenheitsdichtung' und als Ausblick Sesenheimer Lieder.

    Die letzten Fragen kann ich nur mit einem Beispiel beantworten


    Das war kein Beispiel, sondern eine mehr als dürftige Parabel. Mit Gleichnissen sollte man des weiteren im 21. Jhrdt. nicht mehr argumentieren, wenn man ernst genommen werden will bzw. sollte man das den selbsternannten Propheten überlassen. Deren Phrasen sind zumindest, was die Bildebenen angeht qualitativ hochwertiger. Und letztlich gibt es ohne Auto auch keinen betrunkenen Todesfahrer - und wenn man seinem Auto nicht blind vertrauen würde, sondern sich dazu überwinden könnte, dem Vehikel kritisch gegenüber zu stehen und wieder eigenständig laufen zu lernen, dann können derartige Unfälle ebenso verhindert werden.
    Herrje, jetzt habe ich doch glatt in Gleichnissen daher geschwätzt 8|


    Textkritische Methode wäre zum Beispiel ein Einstieg ins laufen lernen ..herausfinden, wer bei wem Gottes Wort abgeschrieben hat zum Beispiel. 8|

    Dazu kommt, dass die Motive der Terroristen und der Diktaturen grundlegend unterschiedlich sind. Al Qaida handelt hauptsächlich aus religösen Motiven, zumindest sagen sie das. Die Diktaturen nach einer selbst entwickelten Doktrin, die inhaltlich völlig unterschiedlich sind und nur eines gemeinsam haben: radikalität. Ein Vergleich passt hier nicht zusammen.


    Nicht ganz: totalitäre Ideologien bedienen sich recht gerne an religiösen Motiven. In dem Kontext fällt gerne mal der Begriff der Ersatzreligion.
    ..aber dafür brauch man gar nicht totalitär zu sein. Immerhin feiert sich ja die USA jetzt wieder als neue Gerechtigkeit - das Motiv schlechthin, was letztlich vielen Gläubigen gepredigt wird.

    und saß gerade in seinem Hauptquartier, um neue Anschläge zu planen


    Zeitung lesen würde nicht fundiertem Wissen entgegen wirken...


    den kann ich echt nicht verstehen...


    Die Beweggründe für Bin Ladens radikale Position verstehst du sicherlich auch nicht - dass seine Taten ungerechtfertigt bleiben, steht außer Frage, aber ich kann es nicht mehr hören, dass terroristische Anschläge scheinbar aus dem Nichts entstehen und dann mit dem Tod der symbolischen Leitfigur beendet seien. Als ob hier die Guten über die Bösen bzw. DAS Böse triumphiert hätten...wie in einem Harry Potter Buch. :rolleyes:

    der Instinkt Gerechtigkeit ist selbst bei kleinst Kindern nachweisbar


    Vllt eher eine Art von Egozentrismus. Gerecht ist es nämlich immer dann, wenn meine persönlichen Interessen befriedigt werden...und auf dem Niveau eines Kleinkindes zu agieren...naja - kleine Kinder haben halt weniger Sorgen...


    Wir reden hier von einem Mann der sehr gerne eure familie abschlachten würde, eure Kinder, eure Freunde. Ich kann nicht nach vollziehen wie man den Tot einer solchen Kreatur bedauern kann.


    Nicht gleich sentimentalistisch/persönlich werden. Mir ist das Ableben Bin Ladens reichlich egal. Wer darin jedoch eine Offenbarung sieht, missachtet, wie unwichtig Bin Laden geworden ist bzw. wie er sich höchstens zu einem Symbol entwickeln konnte, welche allerdings ebenso unwichtig/unzeitgemäß geworden ist, wenn man sich die Entwicklungen in Nordafrika und die verzweifelten Kommentare eines Aiman az-Zawahiri dazu ansieht.
    Ich sehe des weiteren keinen großen Unterschied darin, ob er jetzt gezielt getötet wurde, oder wenn der Lauf der Natur das hätte übernehmen können (was ein monströser Konjunktiv...). Wer darin einen Unterschied sieht, unterscheidet sich mMn herzlich wenig in dem Weltbild, dass ein Bin Laden predigte. Woher man die moralische Überhohung nimmt weiss ich bis heute nicht...wahrscheinlich immer noch, weil man mit Messer und Gabel isst. Das könnte man bedauern, ist aber auch nicht mein Geschäft. Einen Unterschied würde es machen, wenn man ihn ähnlich wie Hussein einen Schauprozess gemacht hätte und danach ordnungsgemäß exeku...nein - eig. macht das auch keinen Unterschied. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger macht es alles einen Unterschied und es läuft auf Bedürfnisbefriedigung einiger vieler US Bürger hinaus...zu denen fühle ich mich aber zu wenig verbunden, um irgendwie zu frohlocken.


    Quote from Robinthehood

    Entschuldigung, aber ich würde keinem Menschen etwas gönnen, der das Grab eines Terroristenführers, welcher für den Tod unzähliger Menschen verantwortlich war, als Pilgerstätte aufsucht. [...]gemäß seiner religiösen Tradition[...]


    Gräber nur für die Gerechten? Jetzt wird es mir aber zu christlich hier. Was ist eig. mit seinen zahlreichen Verwandten? Und wurde er eig. in Richtung Mekka versenkt? ?(
    Aber eig. war der letzte Absatz meines vergangenen Beitrags eher Stilmittel als ernstzunehmende Kritik...wichtiger war mir eig. die Frage nach symbolischen und realen Siegen - ein realer Sieg wären vllt. geordnete Verhältnisse in Afghanistan, aber vllt hält ja jetzt tatsächlich das Paradies Einzug, nachdem der Ketzer, das Böse, die ewige Schlange verbrannt wurde :)

    Ich stelle mit der Aussage alles Leben auf eine Stufe.


    Heimlich PETA Aktivist geworden? Diejenigen Fähigkeiten, die mich vom Tier unterscheiden lasse ich mir jedoch weder von PETA Aktivisten, noch Hirnforschen/Verhaltensforschern o.ä. "wegnaturalisieren". Aus diesen Fähigkeiten erlangst selbst du deine klassisch utilitaristische Wertung zwischen lebenswürdig und unwürdig. Mir ist kein Tier bekannt, dass auf derart abenteuerliche Ideen kommt bzw. aus derartigen Ideen handelt. Bilanzieren ist menschlich.
    Die Bilanz wurde gezogen und man endet getröstet - und im Trost ist nichts produktives, außer der Forderung nach mehr Trost, wie du es wunderbar zur Schau stellst. Mehr Blut muss fließen für mehr Gerechtigkeit. Alles menschliche Bedürfnisbefriedigung, oder will die Maus im Felde jemals Gerechtigkeit? Wenn der Mensch Natur sein soll, auf der gleichen Ebene mit allem anderen Lebendigen (Pflanzen auch?), dann sollte er aufhören Gerechtigkeit einzufordern. Gerechtigkeit ist im hohen Maße eine Norm und Normen waren noch nie natürlich.


    Quote from "Robinthehood

    aber einfach die symbolische Niederlage des Terrorismus ist ein großer Sieg im Kampf um den Weltfrieden.


    Aus symbolischen Niederlagen wird kein realer Sieg - und schon gar nicht so einfach. Symbolik dient zunächst einer Befriedigung nach einem Bedürfnis für selbiges und beruht im hohen Maß auf Konvention.
    Das große Böse wurde besiegt; sehet eine neue Zeit wird anbrechen, die da kommet, den Gerechten Einlass in das hohe Paradise zu gewähren. Pathetischer Irrglaube, Trost, kurz: christliches Denken.
    Den anderen die Pilgerstätte nicht gönnen, aber unlängst im freudigen Halleluja frohlocken - äußerst ungerecht...