• Früher habe ich mit den gleichen Argumenten diskutiert, wie viele hier im thread. "Kein CO2 Austoss, Gefahren gering" usw.


    Aber der Fall in Japan hat mir die Augen geöffnet, auch wenn es sich kitschig anhören mag. Auf den CO2 Austoss kann man doch wirklich pfeifen, wenn man beachtet, was bei einem GAU passieren würde. Die meisten deutschen AKW's würden nicht einmal den Absturz eines Sportflugzeuges überstehen... Noch Fragen zum Thema Sicherheit? Die Japaner hielten ein Erdbeben der Stärke 9 scheinbar auch für sehr unwahrscheinlich, leider haben sie sich getäuscht. Da ist mir das Risiko, und wir sprechen hier von Hunderttausenden vielleicht auch Millonen Betroffenen, einfach zu groß. Warum dieses Spiel mit dem Feuer? Von der Endlagerung und weiteren Problemen will ich erst gar nicht anfangen.


    Das Kohlekraftwerke keine Lösung sind, sollte natürlich jedem klar sein. Allerdings gehen von Kraftwerken dieser Art auch nicht solche Gefahren aus.


    Letztlich sollte also jedem klar sein, erneuerbare Energien sind die einzige Lösung. Allerdings kann sich dieser Markt unter den Lobbyisten der heutigen Regierung nur schwerlich entwickeln. Googelt zum Beispiel mal das Wort "NorGer"... ihr werdet überrascht sein.


    edit: Zum Thema Tschernobyl, 3-5t Bombe etc.: Ich habe die Doku auch gesehen und habe das in etwa so vernommen: Die Explosionskraft würde durch die Berührung der Kernschmelze mit Wasser kommen. Unter dem betroffenen Reaktorgebäude war ein Trinkwasserreservoir (mit dem das ganze Land mit Wasser versorgt wurde :pinch: ). Wenn sich die Kernschmelze also bis dorthin durchgefressen hätte, wäre es scheinbar zu dieser Explosion gekommen. Daher auch die Kühlung unter dem Reaktor.


  • edit: Zum Thema Tschernobyl, 3-5t Bombe etc.: Ich habe die Doku auch gesehen und habe das in etwa so vernommen: Die Explosionskraft würde durch die Berührung der Kernschmelze mit Wasser kommen. Unter dem betroffenen Reaktorgebäude war ein Trinkwasserreservoir (mit dem das ganze Land mit Wasser versorgt wurde :pinch: ). Wenn sich die Kernschmelze also bis dorthin durchgefressen hätte, wäre es scheinbar zu dieser Explosion gekommen. Daher auch die Kühlung unter dem Reaktor.


    ah noch jemand ders gesehen hat ^^


    das ist genau die aussage die ich nicht verstehe. wenn da jetzt ka. 2 tonnen geschmolzene metalle mit ka. 2000 Grad schlagartig im wasser landen...
    was erzeugt dann 3-5 MEGAtonnen Sprengkraft? das muss doch eine fusionsreaktion sein oder nicht? die energie kommt doch auf keinem konventionellen weg zu stande...
    und wie wahrscheinlich ist es wenn da ne decke durchbricht und tonnen von schutt mit im wasser landen, dass dann eine so komplexe reaktion wie fusion mal eben durch zufälle zu stande kommt...


    @ketchup: danke für den link, grade durchgelesen. in dem forum herrscht leider auch allgemeine verwirrung bzgl. dieser aussage ^^

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!

  • Nicht unbdingt ein Fusionsreaktion. Es könnn Sauerstoff-Wasserstoff-Gemische entstehen. So sieht das unter fast Normaldruck bei iner geringen Menge aus: http://www.youtube.com/watch?v=SnOuq7RJccY


    Wenn man das hochrechnet auf ein viel größeres Volumen unter viel höherem Druck, dann bekommt man eine vage Vorstellung.

    Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!
    Rosa Luxemburg

  • ProChiller hat vermutlich recht.
    Ich bin mir auch ziemlich sicher dass in Tschernobyl radiokatives Caesium zum Einsatz kam. Falls es irgendwie mit Wasser in Kontakt kam, entsteht schon eine recht heftige Reaktion:
    http://www.youtube.com/watch?v=eCk0lYB_8c0
    Ab 2:05 sieht man was passiert wenn nur ganz geringe Mengen im Wasser landen.

    Zitat

    Original von DennisD
    Kumpels is im Park mal der Tabak ausgegangen, also haben die ne Raupe geraucht,


    :lol: :lol: :lol: :lol:

  • Richtig. Ihr kennt doch sicher den Versuch aus der Schule, bei dem man ein kleines Stück Natrium in eine Schale Wasser wirft und das Stück auf dem Wasser "tanzt" und schnell verbrennt. Natrium zählt zu den Alkalimetallen, welche asehr reaktionsfreudig sind, insbesondere mit Wasser. Es entsteht dann Wasserstoff und eine Lauge, im vorher genannten Fall Natronlauge (NaOH). Biese Reaktion ist stark exotherm, sprich es entsteht einiges an Hitze. Wie man im Video von Rus sieht, nimmt die Rektionsfreude Richtung Francium immer weiter zu. Wir haben also eine extreme Reaktionsfreudigkeit mit starker Wärmeentwicklung, hohen Druck und ein Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch. Das in großem Maßstab ist einfach unvorstellbar explosiv.

    Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!
    Rosa Luxemburg

  • naja, dass knallgas und alkalimetalle heftig reagieren ist mir bekannt.
    aber ich bezweifle dass 3-5 megatonnen energie frei werden.
    Caesium entsteht ja erst im reaktor bei der spaltung, es ist ursprünglich nicht im Kernbrennstoff enthalten (bzw. nur soviel wie durch natürlichen Zerfall entsteht).
    man redet also schätze ich kaum von der größenordnung 1 Tonne oder hunderte Kilo Caesium die ins wasser fallen.
    zumal packt der chemie-lehrer normalerweise einen brocken reines caesium ins wasser. wenn das metall durch spaltung ensteht müsste es überall in den brennstäben verteilt sein und zwar in form einzelner atome. außerdem besteht der brennstab ja nur aus ca. 4% U-235. Davon wird nicht alles gespalten. Die mögliche maximale Caesium-Menge müsste von daher ebenfalls stark begrentzt sein.


    ich lasse mich gerne eines besseren belehren ^^


    was kanllgas betriff kann ich das schwerer einordnen. eine große explosion kann ich mir hier schon vorstellen. nen haufen wasser. metall um die 1500 - 2000 Grad. Wasser das in H und O zerlegt wird.
    zündquelle => bäm
    aber wie gesagt 3-5 MT? ich bin fast versucht zu rechnen ^^ wobei ads ziemlich schwierig sein dürfte ^^

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!


  • Das habe ich aus einem Physik-Forum. Allein also die plötzliche Entsehung einer riesen Menge Wasserdampf durch die große Masse und thermische Energie der Schmelze könnte (!) 0,1 Megatonnen Sprengkraft erzeugen. Da ist noch keine Knallgasexplosion drin, die wesentlich heftiger sein kann. Es müsste eben eine große Menge an Wasserstoff und Sauerstoff entstehen, unter hohem Druck. Die Schmelze ist heiß genug um das Gemisch zu entzünden und schon kommt man auf eine ganz andere Energie.


    Den Alkali-Kram können wir tatsächlich getrost vergessen, da Caesium nicht als Element in großen Mengen vorkommt.

    Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!
    Rosa Luxemburg

  • Nuja, das ganze ist dann wohl leider nen ziemliches Schätzeisen.
    Immerhin liegt die Angabe zwischen 100t TNT (0,1 KT) und 100.000t TNT (0,1 MT).
    Das nenn ich mal ne ordentliche Spannweite

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!

  • Grenzt an ein Wunder, dass bisher noch keine Terror-Organisation auf die Idee kam, einfach mim Flugzeug in n AKW zu rauschen. Wieso illegaler Waffenhandel, wir haben die Bomben doch schon seit Jahren freiwillig im eigenen Land.

  • Halte ich nicht für ein Wunder. Viel mehr wird auch der terroristischen Organisation klar sein, dass ein entführter Flugkörper innerhalb Europas, der eine Bedrohung für ein Atomkraft darstellt, zügig vom Himmel geholt wird und sein Ziel nicht erreichen wird.

  • Ausserdem ist es nicht so leicht, mit dem Flugzeug dann auch die gewünschte Wirkung zu erzielen... So eine Anlage ist ZIEMLICH groß, habe neulich eine Führung bei uns im AKW mitgemacht. Der Betonstahl Direkt Am Reaktorkern ist ausserdem so dick, dass ein Flugzeug nur wenig anrichten kann. Da muss man sich die Stelle wo man genau hin will schon gut aussuchen

    Es ist gelogen, das PC Spiele die Jugendlichen beeinflussen. Hätte PACMAN das getan, würden wir Heute durch dunkle Räume irren, Pillen fressen und elektronische Musik hören!

  • Dass deutsche Kraftwerke gegen gezielte Flugzeugabstürze gesichert sind ist in Fachkreisen äußerst umstritten.
    Es wird zwar immer behauptet, dass die schöne Beton-Stahlkuppel gegen Abstürze sicher ist, aber daran scheiden sich die Geister.
    Mal davon abgesehen dass nicht jedes AKW diese Kuppel hat. Und dass die Maßstäbe während der Konstruktion in den 70ern? 60ern? für heutige Verhältnisse wohl kaum mehr passen dürften.


    Und ob Flugzeuge in DT so ohne weiteres mal eben im Handumdrehen abgeschossen werden wage ich bezweifeln.

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!

  • Dass deutsche Kraftwerke gegen gezielte Flugzeugabstürze gesichert sind ist in Fachkreisen äußerst umstritten.
    Es wird zwar immer behauptet, dass die schöne Beton-Stahlkuppel gegen Abstürze sicher ist, aber daran scheiden sich die Geister.
    Mal davon abgesehen dass nicht jedes AKW diese Kuppel hat. Und dass die Maßstäbe während der Konstruktion in den 70ern? 60ern? für heutige Verhältnisse wohl kaum mehr passen dürften.


    Und ob Flugzeuge in DT so ohne weiteres mal eben im Handumdrehen abgeschossen werden wage ich bezweifeln.


    Es gibt halt kein Gesetz, dass eine solche Situation eines gekaperten Flugzeuges regelt. Schlicht und ergreifend auch aus dem Grund, da es durch ein Gesetz, was das Abschießen gestatten würde ebenso auch bedeuten würde, dass der Tod von hunderten Menschen zu Rechten war, dass hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt.


    Letztendlich ist damit der Befehl eines Abschusses für den betroffenen Piloten unverbindlich, er könnte ihn ausführen oder es bleiben lassen. Mit den rechtlichen Folgen müsste auch er dann leben können. Wird im Notstand gehandelt, ist es dennoch noch nicht zu Recht geschehen, jedoch kann man den Piloten dann nicht dafür belangen.

  • Und wie kannst man sicher gehen, dass ein Flugzeug gekapert wurde oder nicht? Wer nimmt das Risiko auf sich und pustet hunderten Unschuldigen das Licht aus, wenn er keine 100%ige Sicherheit hat? Leider fehlt in solchen Situationen die Zeit für lange Diskussionen und Überlegungen. So n Anschlag läuft sehr geplant ab und ich denk schon das die Leute dann wissen wo sie reinfliegen müssen, damits knallt. Man muss bedenken, dass es eben nicht nur n Haufen Blech ist, der in den Reaktorblock rast sondern auch der hochexplosive Sprit.


    Aber wir wollen ja den Teufel nüscht an die Wand malen - das Risiko, dass was passiert ist schließlich auch ohne Terrorismus hoch genug.

  • Deswegen meinte ich ja dass es nicht so selbstverständlich ist wie Astral sagt "wenn ne entführte Maschine auf ein Kraftwerk zusteuert wird sie sehr schnell runtergeholt"
    Entscheiden will das keiner. Ausführen will das keiner.

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!

  • Andy und SonOfOdin
    Wie Zivi schon sehr zutreffend festgestellt hat, gibt es dazu keine gesetzlichen Abkommen, da die Entscheidung ein Flugobjekt runter zu holen ein moralisches Dilemma ist, gerade vor dem Hintergrund unserer Gesetzgebung.
    Über einen simplen Vergleich wird dieses Dilemma aber situativ gelöst, nämlich abwägen der Konseuqenzen.
    Da bei einem Flug, jeder Standpunkt X/Z zum Zeitpunkt Y determiniert ist, lässt sich glas-klar sagen, ob eine Bedrohung vorherrscht oder nicht und ob dementsprechende Konsequenzen gezogen werden.


    Zitat

    Aber wir wollen ja den Teufel nüscht an die Wand malen - das Risiko, dass was passiert ist schließlich auch ohne Terrorismus hoch genug.


    "Hoch genug" ist immer relativ und seeehr subjektiv. :)


    Zitat

    Entscheiden will das keiner. Ausführen will das keiner.


    Die ausführende Instanz wird inoffiziell gar nicht die Wahl haben, auch wenn es offiziell - um dieses Dilemma zu rechtfertigen - anders aussehen wird.
    Die Entscheidende Instanz wird das Dilemma immer entgegen des Worst-Case-Szenarios lösen, da besteht kein Diskussionsbedarf.

  • Es soll schon Fälle gegeben haben, bei denen Verkehrsflugzeuge von der regulären Route abkamen und in Gebäude flogen :pinch:
    Kein Transpondersignal -> Keine Koordinaten -> Kein Abschuss

  • Auf der anderen Seite wird der Atomausstieg vermutlich mit einer förmlichen Explosion des Strompreises einhergehen. Erneuerbare Energien machen derzeit nur ca. 23% der Gesamtleistung aus. Ist die Atomenergie erstmal weg, dann fehlt ein erheblicher Teil der Leistung und der Griff zum fossilen Brennstoff ist eigentlich unausweichlich. So viele Windräder können wir in so kurzer Zeit garnicht bauen!

  • Haja, schon direkt als das Moratorium beschlossen war, liefen in Polen wieder die schlimmsten Ölkraftwerke an, um Deutschland mit Strom, der durch die Abschaltung fehlte, versorgen zu können.
    Desweiteren werden jetzt erstmal weitere rießige Kohlekraftwerke gebaut, die mehr CO2 verursachen als alle Atomkraftwerke Deutschlands zusammen.
    Aber da wir hier in Baden-Württemberg in 2 Jahren sowieso keine großen Autos mit mehr als 100PS bauen dürfen, sparen wir das CO2 da sicher wieder ein :dum:


    Und hey, wen juckt es schon, wenn der Meeresspiegel in 100 Jahren um ein paar cm steigt, bis dahin gibt es in Deutschland doch sowieso nurnoch 20 Millionen Deutsche.