Der Buddhismus

  • Hallo,


    eigentlich wollte ich das Thema irgendwann mal in die Hookah-lounge reinschreiben, aber bis ich meine erforderliche Anzahl an Posts habe, dauert es bei meiner schreibgeschwindigkeit zu lange :D


    Also hier.
    Was haltet ihr denn vom Buddhismus?
    Als Religion, als Lebensphilosophie?


    Einfach mal schreiben. ;)


    Bis denn dann
    Yumè

    Einmal editiert, zuletzt von Yume ()

  • Zitat

    Original von Mushin
    Seit über 10 Jahren praktizierend und ich fühle mich bis heute wohl dabei =)


    sag mal wie kommt man denn so zum buddhismus?


    ich geh mal davon aus, dass du irgendwann wohl beschlossen hast buddhist zu werden...sonst wärst du wohl schon länger als über 10 jahre dabei...

  • Hallo,


    also ich kann das ja einfach mal für mcih beantworten.
    Und gebe einfach mal die schnöde Antwort: "Mit'nem Buch :D"


    Einfach mal aus interesse ein Buch darüber gekauft und das habe ich verschlungen ... und dann noch eins ... und noch eins ...
    Aber ich habe irgendwie die befürchtungen, mein Wissen darüber ist zu theoretisch, bzw. falsch (Wenn er denn falsch sein kann)


    Bis denn dann
    Yumè

  • und warum? ich meine das ist in unserer christlich-geprägten gesellschaft ja schon eine ziemlich krasse entscheidung .. ich meine: ein gewaltiger schrittt. gerade wenn man bedenkt, dass die meisten leute ja fest in christliche familien eingebunden sind. wie kam es also persönlich dazu bei euch? anders: was waren eure beweggründe und was gibt euch der buddhismus was euch fehlte?
    ist es euer ersatz zur religion oder wart ihr nie religiös? oder ist es eher eine lebensphilosophie, die nicht in konkurrenz zu irgendeiner religion tritt?


    btw: viele fragezeichen, aber guter thread.

    getting on your nerves since '04

  • Hallo,


    aaaalso christlich geprägt bin ich schonmal gar nicht :D
    Also fällt das bei mir weg, genauso wie mit der christlichen Familie.
    Wie bin ich dazu gekommen.
    Ich will ja jetzzt nicht zu persönlich werden, aber ich hatte gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt und ich immer unzufrieden bin.
    Allerdings war das erste Buch, was ich gekauft habe reines Interesse, ich hätte auch sagen können, NÄÄ, das gefällt mir nicht, ab in den Bücherschrank.
    Lese ja auch gerade Karl Marx "Das Kapital", ohne ein Kommunist zu sein :D


    Ich sehe den Buddhismus als Leitlinie im Leben, wie es die Religion für viele Gläubige auch tut, allerdings würde ich nicht sagen, dass es bei mir eine Religion ist.
    Gerade das gefällt mir daran ... es ist nicht so dogmatisch, wie die meißten Religionen (In meinen Augen)
    Und es beinhaltet für mich eine gute Idee der Problemlösung der generellen unzufriedenheit ... man muss sich nur drauf einlassen und es auch ernst nehmen.


    Bis denn dann
    Yumè

  • Naja bei mir war der Weg zum Buddhismus der optimale, ich habe mich irgendwann dazu berufen gefühlt, weil es das war, was mir fehlte/was ich immer schon gesuchte habe. Ganz alleine aus eigenem Antrieb.


    Edit


    @ Shisha-Chris
    Man sollte sich schon genauer informieren, bevor man so eine Aussage tätigt, weil Leben=Leiden nicht so simpel zu sehen ist. Das du dies persönlich nicht gut findest, steht natürlich auf einem anderen Blatt.


    treason
    Ich bin immer ein sehr religöser Mensch gewesen und komme aus einem erzkatholischen Elternhaus. Leider haben sich meine religiösen Erfahrungen und meine Gottesvorstellung nie damit decken können. Zum Anderen sind die Erfahrungen die alte Meister gemacht haben und aufgeschrieben haben, auch für jeden anderen Buddhisten auch erfahrbar und nachvollziehbar (also bis zu einem gewissen Grad). Dies ist glaube ich der Hauptunterschied in der religösen Praktik. Und mich persönlich hat es sehr frei gemacht, mich nicht mit anthropomorphen Vorstellungen zu belasten.


  • die 4 edlen wahrheiten tragen ihren namen nicht umsonst!


    du musst das als ganzes sehen. das ziel (so interpretiere ich den weg zumindest) ist es ein moralisch perfekter mensch zu werden (so, wie es jede religion beschreibt). aber anstatt es wie andere religionen zu machen, setzt man nicht einfach nur die regeln auf, an die man sich zu halten hat, sondern man bringt die leute dazu diese regeln eigenständig zu erkennen und sie somit auch ernst zu nehmen und ohne leiden kann man kein moralisch perfekter mensch werden. das ist nunmal so, denn der mensch ist von natur aus "schlecht" - eifersucht, hass, kummer etc sind der grund dafür und jeder empfindet sowas, auch schon als kind. und nur, wenn man selber diese dinge miterlebt, weiß man wie "schlecht" das ist.


    diese edlen wahrheiten sind nicht so zu sehen, wie die 10 gebote oder etwas vergleichbares. der darauffolgende achtfache pfad ist mit den geboten zu vergleichen


    wie gesagt, so interpretiere ich das, wobei sich da mein wissen auf ein bissl google-leserei beschränkt. der buddhismus hat aber einen weitaus besseren ansatz, als andere religionen. denn andere religionen sind so arrogant und halten den menschen für eine, von geburt an, vollkommene spezies (aber gegen mindestens 1 gebot hat doch jeder schonmal verstoßen)

  • Hallo,


    es geht ja darum, sich vom Leiden zu befreien, der durch Gier, Hass und Verblendung entsteht. Wenn man diese ablegt, wird man ja zu einem besseren Menschen.


    Und mit "die 4 Wahrheiten sind schwachsinn".
    Leben = Leiden ist keine Aussage.
    Also es ist zumindest eine Aussage, die wiriklich auf jeden Menschen zutrifft. Oder erzähle mir nicht, du hättest noch nie gelitten.
    Es ist eine Tatsache, auf der die nächsten 3 Wahrheiten aufbauen, und somit dann der Rest der Philosophie.
    Mag sein, dass diese Aussage relativ allgemein ist, aber sie soll ja auch auf die allgemeinheit zutreffen.


    Was mir daran halt gefällt ist, dass sie z.B. auch andere Religionen neben sich duldet und auf das selbstständige Denken setzt.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Gautama gesagt hatte, wenn sich eine Aussage als falsch bewahrheitet, oder nicht mehr relevant ist, soll man sie auch ablegen und ihr nicht folgen.


    Mushin: Wo hohlst du dir denn dein Wissen her?
    Nur aus Büchern? Oder sonst noch wo?



    Bis denn dann
    Yumè

  • Zitat

    Original von Yume
    Was mir daran halt gefällt ist, dass sie z.B. auch andere Religionen neben sich duldet und auf das selbstständige Denken setzt.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Gautama gesagt hatte, wenn sich eine Aussage als falsch bewahrheitet, oder nicht mehr relevant ist, soll man sie auch ablegen und ihr nicht folgen.


    Wir haben den Buddhismus mal rel. ausführlich im Reli-Unterricht besprochen. Ich habe den Buddhismus viel mehr als eine Lebenseinstellung bzw. Philosophie statt eine Religion empfunden. Deswegen verstehe ich nicht: warum kann man nicht gleichzeitig Christ und Buddhist sein, wenn der Buddhismus ja gar keine Religion ist? Zumindest kommt er so rüber finde ich.


    Jedenfalls sagen das viele Leute, dass es ausgeschlossen ist, Christ und Buddhist zugleich zu sein. Oder kann man es, wie du es sagt, jetzt doch? Was stimmt denn jetzt?

  • Hallo,


    also, ich kann natürlich nur das sagen, was ich so erfahren habe und weiß .... ob das alles richtig ist, ist eine ganz andere Frage :D


    Nun, der Buddhismus besitzt in dem Sinne ja keine Götter.
    Buddha wird ja nicht als Gott verehrt, sondern nur als eine Person angesehen, die das Leid überwunden hat und sein Wissen weitergegeben hat. Also niemand, der angebetet werden muss.
    Somit verstößt man also auf christlicher Seite nicht gegen das erste Gebot "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben".


    Hmm, und widersprechen tun sich die Ansichten in Hinblick auf die Lebensweise ja auch nicht.
    Alle Lebensphilosophien und Religionen laufen darauf hinaus, ein guter bzw. frommer Mensch zu sein.
    Im Christentum wird gesagt, du sollst nicht töten, der Buddhismus sagt auch, töten ist nicht gut.
    Also mir fällt zumindest kein Punkt ein, wo sich diese beiden Anischten Kollidieren.


    Also kann ja jemand rein theoretisch daran glauben, dass wirklich jeder Mensch leidet und dass es wirklich an Gier und Leid festzumachen ist, und gleichzeitig kann er noch an ein höheres Wesen glauben.


    So nebenbei: Der Sache mit der Wiedergeburt stehe ich persönlich sehr skeptisch gegenüber :D. (Aber wer weiß)


    Bis denn dann
    Yumè

  • Beschäftige mich ebenfalls mit dem Buddhismus. Nur leider komme ich zu dem persönlichen Schluss, dass man wahren Buddhismus nicht ohne große Hindernisse in der westlichen Welt ausleben kann (ich für meinen Teil könnte das überhaupt nicht, dafür bin ich zu emotional und zu spontan, nein ich bin kein emo LOL)
    Die Ziele des Buddhismus sind alle sehr edel und weise und ich bewundere jeden, der es schafft so ein Leben einzuschlagen.
    Aber es gehört einiges dazu sich selber als Buddhisten zu bezeichnen, reine Sympathie zu der Philosophie reicht da bei weitem nicht aus.

  • Zitat

    Original von Andreas


    Wir haben den Buddhismus mal rel. ausführlich im Reli-Unterricht besprochen. Ich habe den Buddhismus viel mehr als eine Lebenseinstellung bzw. Philosophie statt eine Religion empfunden. Deswegen verstehe ich nicht: warum kann man nicht gleichzeitig Christ und Buddhist sein, wenn der Buddhismus ja gar keine Religion ist? Zumindest kommt er so rüber finde ich.


    Jedenfalls sagen das viele Leute, dass es ausgeschlossen ist, Christ und Buddhist zugleich zu sein. Oder kann man es, wie du es sagt, jetzt doch? Was stimmt denn jetzt?


    Nein man kann nicht gleichzeitig Christ und Buddhist sein, dies definiert sich alleine schon durch die Begrifflichkeiten. Religionen sind alles Glaubensrichtungen die mit göttlichen Entitäten zu tun haben. D.h. der zentrale Punkt des Glaubens ist immer ein göttliches Wesen. Besonders bei Monotheistischen Religionen ist dies sehr stark ausgeprägt, wie sagte Jesus, ich bin Alpha und ich bin Omega, ich bin der Anfang und das Ende. In der buddhistischen Welt gibt es zwar Götter, aber auch diese sind Wesen, müssen sterben, unterliegen dem karmischen Rad und der Wiedergeburt. Im Buddhismus steht aber die Soheit als zentraler Punkt, sie ist allumfassend, kein Wesen und nur zur erkennen in der Erleuchtung, die frei macht vom ich, von der eigenen Wesenhaftigkeit und vom Leiden. Als Buddhist ist damit der Glaube an ein absolutes höheres Wesen ausgschlossen.


    Man strebt als Buddhist nicht an ein besserer Mensch zu werden, sondern die Erlösung vom Leiden, die Auslöschung des Ichs. Theoretisch gibt es bei der Konsequenten Durchsetzung dieses Zieles auch keine Moral. Es gibt weder Haß, noch Liebe etc.


    Um noch mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen, Buddhisten glauben nicht an eine Seele und somit nicht an eine kausale Wiedergeburt. Gautama und alle Hauptströmungen schließen die Existenz einer Seele aus. Bei der Wiedergeburt wird die Seele nicht in einen anderen Körper übertragen, sondern buddhistische Wiedergeburt ist konditional zu verstehen. Schuhmann hat dies am Beispiel von Billiard erklärt. Die Bewegung einer Kugel wird auf eine andere übertragen, ohne das etwas von der Substanz der anstoßenden Kugel auf die andere übergeht. Insofern ist die buddhistische Wiedergeburt durchaus nachvollziehbar.

  • Hallo,


    Im Buddhismus gibt es Götter?
    Also das ist mir neu ..
    Mushin: Sag mal, wo hast du denn all dein "Wissen" her?
    Bücher? Kannst du mir da welche Empfehlen.


    Bis denn dann
    Yumè

  • Ich bin selbst Atheist aber ein Kumpel bekennt sich zum Buddhismus. Scheint mir eine Religion mit guten Ansätzen zu sein, besonders der "Achtfache Pfad" hat es mir angetan, seine "Spielregeln" sind mit meinem Gewissen besser zu Vereinbaren als die 10 Gebote. Allerdings habe ich weder das Bedürfnis noch Lust mich näher mit der Religoin auseinanderzusetzen, ich fühle mich als Atheist wohl in meiner Haut =).

    "Fuck Osama bin Laden, al-Qaeda, and backward-ass, cave-dwelling, fundamentalist assholes everywhere. On the names of innocent thousands murdered, I pray you spend the rest of eternity with your seventy-two whores roasting in a jet-fueled fire in hell. You towel headed camel jockeys can kiss my royal, Irish ass!" - The 25th Hour

  • @ yume
    du kannst keine religiösen wahrheiten aus einem buch ziehen, die informieren nur über rationale dinge. such dir einfach eine gemeinschaft und mach da mit. das internet ist eine gute platform dafür.


    Generell, ich finde das immer sehr putzig, wenn der Buddhismus als gute Religion gesehen wird und man immer die Vorstellung hat, vom pazifistischen, vegetarischen, guten Menschen. Das dies einfach nur ein Vorurteil ist, wissen viele nicht. Auch ärgert mich, dass immer von dem Buddhismus gesprochen wird und dass der dann auch noch gleich dem tibetischen Buddhismus gesetzt wird. Meiner Meinung nach ist der tibetische ein extremer Exot unter der verschiedenen Strömungen, voller animistischer und polytheistischer Anteile, selbst die Wiedergeburtsvorstellung kommt mir reichlich suspekt vor. Aber dank der hervorragenden PR des Dailalama ist es oft das einzige was öffentlich einigermaßen bekannt ist.

  • wie ich finde ist der Buddhismus nicht immer nur als Religion zu betrachten. Ich bin zum Beispiel auf keinen Fall ein Buddhist, sondern ein gläubiger Katholik. Bin auch Messdiner, jedoch praktiziere ich gerne die Praktiken der Buddhisten, die sie verwenden um das Nirwana zu erlangen.
    Ich habe damit angefangen als wir dieses Thema mal in Religion durchgenommen hatten. Und habe mich auch prombt dafür interessiert. Joa und seid dem wende ich diese Praktilken an.

    Lieber Frau und Kind erschießen,
    als deutschen Tabak zu genießen.


    Zitat

    Original von default_user
    Ok grad mim Kumpel am flöten

  • In der Tat finden verschiedene Meditationstechniken immer mehr Freunde, speziell unter Katholiken. Aber auch kein wunder, die bekanntesten christlichen Mystiker waren Katholiken, bzw. wird eine solche Praktik dort zumindest nicht verboten.