Protest gegen Stuttgart 21

  • Und genau hier liegt das Problem... Im übrigen fühle ich das genau nicht so... jedesmal wenn von Polizeibrutalität gesprochen wird, sind es einzelne die über die Stränge schiessesn...
    ich bin 2-3x/Jahr im Stadion (zugegebenermaßen allerdings Heimspiele) und nehme an Demonstrationen Teil aber du weißt das ja sicher besser als ich ;). Vllt solltest du das nächste mal, wenn du zu einer derartigen Veranstaltung gehst, einfach mal die Vorurteile zuhause lassen... der Mensch sieht das, was er erwartet zu sehen. Und wenn du an jeder Ecke nen Prügelbullen erwartest, ist mir schon klar, wieso du "ich habs doch gleich gesagt" denkst, wenn Pfefferspray eingesetzt wird, ohne dass dich dabei die Vorgeschichte interessiert.
    Wiegesagt, zu Stuttgart 21 wollte ich in meinem Beitrag keine Stellung beziehen... hier stützen sich alle die nicht dabei waren noch auf sehr dünne Fakten...



    Vorurteile? Woraus entnimmst du, dass ich Vorurteile ggü den Polizisten habe?
    Leider erlebe ich es jedes (!) Mal wenn ich an solchen Veranstaltungen teilnehme, dass sich einige (ja richtig, es sind nicht alles "schwarze Schaafe", hab ich aber oben schon geschrieben) daneben benehmen, dann aber auch so richtig. Und mir kommt es eben so vor, dass es mehr als nur einige wenige sind, die sich offenbar nicht unter Kontrolle haben, schlecht geschult sind, beschissene Befehle erhalten oder einfach nur Spaß am Prügeln haben. Das ist, was ich so erlebt habe.
    Dass ich auf der anderen Seite auch schon durchaus positive Erfahrung mit der Polizei bei solchen Veranstaltungen gemacht habe will ich hier aber auch mal erwähnen, bevor es nachher wieder heißt "ja der Nick, der is ja eh vorgeschädigt".


    Trotzdem bleibe ich dabei, es is ein Unding wie mit den Demonstranten umgesprungen wurde. Von den Bürgern wird immer Zivilcourage gefordert. Dann sollen doch mal die anständigen Polizisten ihre Kollegen von solchen Aktionen abhalten. Wer nur daneben steht und zuguckt ist keinen Deut besser als der Prügelnde.

  • Erstmal zum Projekt an sich: Die Idee finde ich absolut schwachsinnig. Für eine bessere Anbindung ein paar Milliarden zu verpulvern ist schon äußerst dreist.


    Zur Polizei: Ich war nicht dabei und habe nur die Bilder in den Zeitungen und im TV gesehen. Falls man der Berichterstattung glauben darf, war die Härte des Vorgehens übertrieben, vorallem da viele Kinder und Senioren anwesend waren. Auch wenn alles angekündigt wurde, hätte man das in diesem speziellen Fall vielleicht auch anders lösen können. Aber wie gesagt, ich war nicht dabei und stütze mich nur auf Berichte und Bilder...


    Bleibt nur zu hoffen, dass CDU/FDP bei der Landtagswahl ordentlich abgestraft wird.

  • Zumal ja auch das Projekt S21 nicht wirklich einen Vorteil bringt, sondern durchaus noch andere Probleme im Fern- und Nahverkehr generieren kann - von der Finanzierung mal ganz zu schweigen, denn es kann sich jede/r an 5 Fingern abzählen, dass die genannten Zahlen ja immer noch "geschönt" sind.


    Gegenwärtig schieben sich Politik und Ordnungshüter die Verantwortung für die Vorgehensweise gegenseitig in die Schuhe - schuld daran will an den Folgen (mal wieder) keiner sein - kommt uns diese Diskussion nicht von der Loveparade 2010 bekannt vor???

    bb, Solitaire


    "All forms of monism - whether in political dictatorships, trade
    monopolies, or monotheistic spiritualities - are detrimental within all
    of nature, body and soul. They are born of a need for control and power,
    and they are sustained by force, oppression and fear. Diversity is
    crucial to health and sustainability." - Emma Restall Orr

  • @ Nickolaus: die Gründe sind hier gelistet:


    Nein zu Stuttgart 21: Kopfbahnhof 21 - Die bessere Lösung


    Weiter vorne in diesem Thread gab es auch noch eine Seite,ich glaube von swr, wo ein Video zu den geplanten Umbauten zu sehen war.

    bb, Solitaire


    "All forms of monism - whether in political dictatorships, trade
    monopolies, or monotheistic spiritualities - are detrimental within all
    of nature, body and soul. They are born of a need for control and power,
    and they are sustained by force, oppression and fear. Diversity is
    crucial to health and sustainability." - Emma Restall Orr

  • Wenn man die Verkehrsanbindung verbessern will, sollte man lieber ein paar Millionen in die Autobahnen stecken. Die A81 Richtung Ludwigsburg wurde jetzt ausgebaut aber Stuttgart richtung Singen, grad in BB gehört 6 spurig - bevor man so viel Geld wegwirft nur um mit der Bahn nach Ulm zu kommen....

  • Das wird wohl frommes Wunschdenken sein, denn die Umsetzung von S21 erfordert dann auch, dass andere Projekte zurückstehen werden, also bleibt dann auch das Verkehrschaos auf den Autobahnen erhalten.

    bb, Solitaire


    "All forms of monism - whether in political dictatorships, trade
    monopolies, or monotheistic spiritualities - are detrimental within all
    of nature, body and soul. They are born of a need for control and power,
    and they are sustained by force, oppression and fear. Diversity is
    crucial to health and sustainability." - Emma Restall Orr

  • Ich wollte grad sagen, mich erinnert das ganze schon stark an die Loveparade, da wollte es am Ende auch mal wieder niemand gewesen sein.


    Ich frag mich sowieso, warum die den alten Bahnhof abreißen müssen und für mehrere Milliarden einen neuen dahin setzen wollen. Gibt es vernünftige Gründe, warum das geschehen soll?


    der neue bahnhof soll größer werden. das ist auch schon seit vielen jahren geplant und auch genehmigt. Deswegen finde ich es mal wieder toll das die leute erst was machen wenn die arbeiten begonnen werden, das war in Dresden mit der Waldschlösschenbrücke ja auch so, wobei die wirklich sein muss, die lage in stuttgart kann ich nicht einschätzen.


    allerdings denke ich auch das die medien das ganze wiedermal zu dramatisch darstellen. So war es zumindest auch bei uns in Dresden wo der eine Baum von so einen Typen belagert wurde und die Polizei dann irgendwann nach 14 tagen oder so ihn doch mal runtergeholt habe (mit kran). In den Medien wurde davon berichtet das er gewaltsam vom baum geschleppt wurde und leute die ihm helfen wollten unter gealt zurückgedrängt wurden. ich meine ich hab das gesehen, der wurde einfach nur mit dem kran abgeholt und fertig. klar war abgesperrt, darf ja keiner an den kran kommen etc, aber gewallt wurde keine angewendet...


    ich bin trotzdem gespannt wie es weitergeht :popcorn:

  • der neue bahnhof soll größer werden. das ist auch schon seit vielen jahren geplant und auch genehmigt. Deswegen finde ich es mal wieder toll das die leute erst was machen wenn die arbeiten begonnen werden, das war in Dresden mit der Waldschlösschenbrücke ja auch so, wobei die wirklich sein muss, die lage in stuttgart kann ich nicht einschätzen.


    allerdings denke ich auch das die medien das ganze wiedermal zu dramatisch darstellen. So war es zumindest auch bei uns in Dresden wo der eine Baum von so einen Typen belagert wurde und die Polizei dann irgendwann nach 14 tagen oder so ihn doch mal runtergeholt habe (mit kran). In den Medien wurde davon berichtet das er gewaltsam vom baum geschleppt wurde und leute die ihm helfen wollten unter gealt zurückgedrängt wurden. ich meine ich hab das gesehen, der wurde einfach nur mit dem kran abgeholt und fertig. klar war abgesperrt, darf ja keiner an den kran kommen etc, aber gewallt wurde keine angewendet...


    ich bin trotzdem gespannt wie es weitergeht :popcorn:


    Der neue Bahnhof wird nicht größer sondern kleiner.
    Er wird von 17 auf 8 Gleise reduziert.
    Ja das ganze ist schon ewig geplant und genehmigt, aber in dieser Zeit hat sich das ganze Projekt auch extrem verändert.
    Und die meisten Wahrheiten sind auch erst im Laufe des letzten Jahres bekannt geworden.
    Proteste gab es übrigens auch schon vor beginn der Arbeiten, diese wurden aber einfach nicht beachtet.


    Zu den Straßenblokaden sag ich auch, die sind übertrieben.
    Ein paar mal ist das in Ordnung, aber nicht so regelmäßig wie in letzter Zeit.
    Man sollte sich lieber mal was neues einfallen lassen.


    Bei der Polizei denke ich, dass die meisten normalerweise richtig handeln.
    Es gibt aber bestimmte Einsätze in denen sie wohl die Anweisung bekommen, hart durchzugreifen.
    Das nutzen dann manche Polizisten aus um mal wieder ordentlich rum zu prügeln.
    Wie schon gesagt, geht die Polizei bei Fußball Auswärtsspielen oft mit einer sehr aggresiven Grundeinstellung zu Werke und provoziert Ausschreitungen.
    Bei den S21 Demonstrationen hingegen waren die Polizisten meisetens sogar sehr freundlich.
    Seit die Zahlen der Demonstraten aber richtung 50.000 und mehr gehen werden die Polizisten zunehmend aggressiver.
    Liegt eventuell auch daran dass viele einfach keine Luste mehr auf das ganze haben.
    Ich hätte auch keine Lust 24/7 einen Bauzaun zu bewachen. :wand:

  • s21 ist dringend notwendig. bin gestern abend 2 stunden zu spät angekommen, das wäre mit S21 nicht passiert!

    Bin immer auf der Suche nach Tanigers zu fairen Preisen!


    Postitiv gehandelt:

    Mit Vielen.

    Negativ:
    thorstän, Ware schlecht verpackt, kam kaputt an, zurückgeschickt. Warte seit Monaten auf das Geld!

  • Ich wage zu bezweifeln, dass S21 irgendetwas in punkto Pünktlichkeit der Züge bewirken wird. Wenn sich S-Bahn und ICE eine Trasse teilen müssen, dann sind Verspätungen schon vorprogrammiert.

    bb, Solitaire


    "All forms of monism - whether in political dictatorships, trade
    monopolies, or monotheistic spiritualities - are detrimental within all
    of nature, body and soul. They are born of a need for control and power,
    and they are sustained by force, oppression and fear. Diversity is
    crucial to health and sustainability." - Emma Restall Orr

  • Ich weiss ja nicht wie es euch geht, aber mich nervt dieses S21 nur noch. Es geistert überall in den Medien rum, aber als wenn das nicht genug wäre muss man sich auch noch in der Schule damit beschäftigen.
    Ich halte so schon nicht viel von Demonstrationen. Da sind mMn 90% Idioten unterwegs die sich ein paar clevereren Aufständischen anschließen. Das ist eher ein Produkt der Langeweille anstatt, dass i-wie ein größerer Sinn hiner der Masse der Demonstranten steckt. Was wollen sie denn bezwecken? Kann ein mickriger Haufen des dummen Volkes eine sehr lange geplantes Großprojekt wirklich stürzen? Ich denke nicht. Vor allem kann sich die Regierung immer i-etwas hindeichseln (siehe Amoklauf "angeblich
    waren wegen S 21 weniger Polizisten da"). Je mehr Demonstrationen stattfinden umso mehr Gelegenheiten bieten sich der Regierung um neue Argumente zu finden.
    Wenn das Geld nicht für S 21 ausgegeben wird, dann hauen sie es eben für etwas anderes raus. So sehe ich das. Klar, sollte man sich nicht von der Regierung auf der Nase rumtanzen lassen, aber in diesem Fall hier finde ich das echt schon wieder lächerlich. Für mich ist die Sache von Anfang zu klar geworden...

  • Also hälst du es da mit dem Grundsatz, einmal Wählen gehen und für den Rest der Zeit die Schnauze halten, weil man durch die Wahl ja allem zugestimmt hat, was die Regierung dann veranstalten wird?
    Korrigier mich, wenn ich dich falsch verstehe aber so kommt das rüber. Und das kann ja wohl hoffentlich nicht dein Ernst sein, oder?! In Deutschland haben wir das gute Recht gegen alles und jeden zu demonstrieren, wenn es uns nicht passt. Viele Demos sind überflüssig weil nur wenige Leute dran teilnehmen und sie nicht den Willen der Mehrheit sondern einer Minderheit widerspiegeln, da geb ich dir Recht. Aber grade wenn wie in Stuttgart zwischen 50.000 und 100.000 Leute auf die Straße gehen sollte man sich als Politiker schonmal Gedanken machen.

  • Unser Ministerpräsident ist doch eh ein Witz.
    Was kriegt man von dem Guten denn mit?
    Ich zumindest erstaunlich wenig. Der Typ ist komplett Profillos.
    Sein Statement zu Stgt21 und Polizeieinsatz war eins der sehr wenigen Dinge die ich von Ihm gehört habe.
    Daher erwarte ich auch nicht dass er sich für die Bürger einsetzt sondern seine Linie, falls er eine hat, durchzieht.


    Ich finde das Projekt auch unnötig.
    Aber für einen Abbruch ist es imho zu spät. Das Geld ist jetzt eh schon zum Teufel. Die Bäume liegen nun schon.
    Der Protest hätte im Vorfeld massiv kommen müssen.

    So raise your horns to those who died
    Let's drink to fallen friends tonight
    Let's celebrate their glory life
    We'll meet again in Valhall when we die
    When we die!

  • Nei

    Also hälst du es da mit dem Grundsatz, einmal Wählen gehen und für den Rest der Zeit die Schnauze halten, weil man durch die Wahl ja allem zugestimmt hat, was die Regierung dann veranstalten wird?
    Korrigier mich, wenn ich dich falsch verstehe aber so kommt das rüber. Und das kann ja wohl hoffentlich nicht dein Ernst sein, oder?! In Deutschland haben wir das gute Recht gegen alles und jeden zu demonstrieren, wenn es uns nicht passt. Viele Demos sind überflüssig weil nur wenige Leute dran teilnehmen und sie nicht den Willen der Mehrheit sondern einer Minderheit widerspiegeln, da geb ich dir Recht. Aber grade wenn wie in Stuttgart zwischen 50.000 und 100.000 Leute auf die Straße gehen sollte man sich als Politiker schonmal Gedanken machen.


    Nein so meine ich das auch nicht. Aber ich bin der Meinung man sollte sich da teilweise auch selber an die Nase fassen. Die Schuld einfach auf die Politiker abzuwalzen ist zu einfach.
    Ach ja, heute haben wir dann auch noch im Unterricht durchgenommen, dass ja eig mit der Bahn Verträge abgeschlossen worden sind und man diese einzuhalten hat. Weiss da jmd zufällig mehr?

  • auch mmn ist es zu spät für einen stop für den bahnhofs bau, jedoch nicht um stuttgart 21 zu stoppen, wie schon agesprochen bietet der kopfbahnhof gegenüber dem durchgangsbahnhof, wie er in planung ist, viele vorteile. das selbe thema hatte man ja bereits in münchen und in leipzig .. beide behielten den kopfbahnhof ebenso wie viele andere europäische großstädte wie zürich mailand paris london und rom!


    das problem für stuttgart ist das bereits ende der 80 er jahre ein vertrag mit frankreich geshclossen wurde, die hochleistungsstrecke zwischen paris und budapest auszubauen .. nach langem planen wurde 96 die idee von stuttgart 21 durch die regierung legitimiert! Was zu dieser zeit auch vom großteil der bw bevölkerung befürwortet worden ist! jedoch gab es zu dieser zeit weder ein konkretes modell für den bahnhof noch waren die ausmaße der baulichkeit bekannt! vom geld mal ganz abgesehen ( anfangs 2.8 mrd ... heute sind wir nach bahnschätzungen bei 4.6 mrd und anch unabhängigen gutachtern bereits bei 12 mrd euro) ...


    aufgrund des geschlossenen vertrages mit frankreich und hinzukommend der verträge die das land und die bahn bereits mit firmen zum bau geshclossen haben ist ein einstellen nicht mehr möglich aufrgund von hohen sanktionsstrafen für das nichteinhalten von verträgen ...


    jedoch stellt sich mir die frage in wie weit ist es demokratisch das wir uns erlauben, gegen durch uns selbst legitimierte verträge zu demonstrieren? bzw ist es anders nicht auch falsch nichts zu tun da der bau ja einduetig gegen paragraph 313 BGB verstößt der besagt " ein vertrag dessen angegebene kosten bei weitem überschritten werden bzw das wohlbefinden des volkes in frage stellt, nicht weiter gültig sei" ( sinngemäß) ? ?(

    stärke wächst nicht aus der körperlichen kraft - vielmehr aus unbeugsamen willen.


    mahatma gandhi

  • Inwiefern beeinträchtigt ein bitter notwendiger neuer Stuttgarter Bahnhof denn das Wohlbefinden des Volkes?


    Die Kosten-Argumentation der Stuttgart21 Gegner ist einfach nur eine Milchmädchen-Rechnung, besonders bei Sachen wie "bla...das Geld sollte man in Bildung investieren...bla" merkt man doch welch enormes Politisches Verständnis solche Leute an den Tag legen.
    Das Geld für den Bau kommt zum Teil von der Bahn selbst, die ja nichtmehr staatlich ist und somit mit ihrem Geld quasi "machen kann was sie für richtig hält". Wie jedes andere Unternehmen auch. Der andere Teil kommt aus dem Infrastruktur-Pott von Stadt und Land. Diese Gelder sind seid Jahren eingeplant und vorgesehen, wieso stört sich auf einmal jeder daran?
    Natürlich ist es seltsam das im Nachhinein so ein enormer Kostenanstieg auffällt, inzwischen reden wir ja über 5-7Mrd. €... Aber auch hier sollten wir doch froh sein das dieses Geld bereitgestellt werden kann.
    Der Bahnhof wird nicht für irgendwelche Politiker oder Bahnchefs gebaut sondern für Kunden der DB und vorallem für die Stuttgarter Bevölkerung, die dannach eine deutlich schönere Innenstadt mit großen Grünflächen und Geschäftsvierteln haben... Ich weiß nicht ob ihr Euch die Pläne angeschaut habt, aber ich bin auf jedenfall sehr angetan von dem ganzen :)


    Das die Polizei bei der Demo evtl zu hart vorgegangen ist kann ja gut möglich sein. Aber das Beispiel mit dem Rentner der sein Auge verloren hat ist, so leid es mir tut, einfach dumm gelaufen. Kein Polizist dieser Welt hat auf diesen armen Mann gezielt, geschweige denn sein Auge. Bevor irgendwelche Wasserwerfer zum Einsatz kamen wurde Stundenlang durchgesagt das das Gelände zu Räumen sei. Wer sich den Anordnungen von Polizei und Ordnungsamt widersetzt kann sich mMn. nichtmehr auf sein freies Demonstrationsrecht berufen. Alles hat seine Grenzen. Die Wochen davor wurde jede Demo genehmigt und wirlich viel Eingesteckt, aber wenn ein beschlossener Bau durch Demonstranten gestört, Bauarbeiter und Maschinen beworfen und Polizisten beschimpft werden dann muss man sich doch wirklich an den Kopf greifen. Was geht in solchen Menschen vor? Wie kann jemand sich auf seine Grundrechte berufen der gerade auf ein Polizeiauto geklettert ist und Polizisten beschimpft hat? In bisherigen Videos auf YouTube etc. konnte ich auch noch kein wirkliches Fehlverhalten seitens Polizeibeamter entdecken. Tut mir wirklich Leid, ich lasse mich aber gern eines besseren belehren.


    In meinen Augen ist die Debatte um Stuttgart 21 einfach nur ein seltsamer Nachfolger des Streits um Thilo Sarrazin.
    In unsere Gesellschaft ist es einfach so das jeder eine Meinung hat, ganz unabhängig davon ob er Ahnung hat oder nicht.
    Es wird hitzig diskutiert, meist leider auf Bild-Niveau... Die menschen sind unzufrieden mit ihrer Situation, dem Staat und sowieso allem. Jedes Mögliche Ventil um rumzumaulen wird genutzt. In Stuttgart 21 haben sich viele leider total verrannt.


    Es ist nur ein Bahnhof, es werden mehr Bäume gepflanzt als gefällt, das Geld ist da und am Ende sind sowieso alle zufrieden.

  • Hier mal ein Auszug über die Kostenverteilung von S21 om Dez. 2009 (inzwischen sind ja die Kosten weiter gestiegen - und sie werden noch weiter steigen):


    "Auf Basis der im Dezember 2009 vorgelegten, aktualisierten
    Kostenschätzung verteilen sich die Gesamtkosten auf 4,088 Milliarden
    Euro daher wie folgt.

    • Die Deutsche Bahn AG trägt 1,469 Milliarden Euro (davon 1.237 Mio. Euro Eigenmittel und 232 Mio. Euro Risikovorsorge),
    • der Bund (einschließlich EU-Mitteln) 1,229 Mrd. Euro,
    • das Land Baden-Württemberg 823,8 Mio. Euro,
    • die Landeshauptstadt Stuttgart 238,58 Mio. Euro,
    • der Flughafen Stuttgart 227,2 Mio. Euro und
    • der Verband Region Stuttgart 100 Mio. Euro."[108]

    MMn wird dies ein weiteres Milliardengrab der deutschen Steuerzahler werden.


    Mir kann keiner erzählen, dass eine Reduzierung von 17 Gleisen auf 8 Gleisen einen verkehrstechnischen Vorteil bringt. Auch dürfen die mit diesem Projekt verbundenen Nachteile nicht unterschätzt werden:


    "Projektgegner halten das Projekt für betriebsschädlich, nicht
    bahnkundenfreundlich, umweltbelastend und überteuert. Sie bemängeln
    unter anderem aus ihrer Sicht massive Eingriffe in Umwelt, Mineralwasservorkommen,
    Grundwasser, Denkmäler und privates Eigentum. Das Projekt mache ferner
    jedwede Perspektive zunichte, den Hauptbahnhof Stuttgart zu einem
    Vollknoten in einem Integralen Taktfahrplan auszubauen. Ferner würden zahlreiche weitere Bahnprojekte in Baden-Württemberg (darunter der Ausbau der Gäubahn und der Rheintalbahn sowie die Elektrifizierung der Südbahn)
    durch das Projekt blockiert, da sich die Landesregierung auf Stuttgart
    21 konzentriere. Auch würden Mittel aus der Streichung von
    Regionalverkehren (2007) in das Projekt gelenkt. Der Reisezeitvorteil
    des Durchgangsbahnhofs sei, auch aufgrund des Wendezug-Konzepts, für den Großteil der Reisenden im Vergleich zur Alternative Kopfbahnhof 21 null.[109] Durch den Durchgangsbahnhof ließe sich keine signifikante Fahrzeitverkürzung erreichen.[110] Auch die Kosten für das Projekt wurden kritisiert.[111] Teilweise wird die Meinung vertreten, einzig Baukonzerne und Banken profitierten von dem Projekt, das von einer „Mafia“ von Politik, Bauwirtschaft und Banken vorangetrieben werde."[109


    Quellen: 108: http://www.das-neue-herz-europ…-stuttgart21/default.aspx
    109: GAngolf Stocker: Stuttgart 21: 2007 Jahr der Entscheidung. In: Schiene, Heft 2/2007, ISSN 0932-2574
    , S. 20–23.
    110:Oettinger appelliert an die Bundesregierung. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 199, 2006, ISSN 0174-4917, S. 6.
    111:↑ Bahnhof Stuttgart 21 verspätet sich weiter. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 246, 2006, ISSN 0174-4917, S. 5.

    bb, Solitaire


    "All forms of monism - whether in political dictatorships, trade
    monopolies, or monotheistic spiritualities - are detrimental within all
    of nature, body and soul. They are born of a need for control and power,
    and they are sustained by force, oppression and fear. Diversity is
    crucial to health and sustainability." - Emma Restall Orr

  • Ach wie sehnsüchtig ich auf dieses Thema gewartet habe, ein neuer Spielplatz wo die "Rechts-Konservative-Law and Order"-Vertreter auf der einen Seite wieder was davon erzählen können das, das vorgehen der Polizei gerechtfertigt ist (da wurde gewarnt, und die Schülerdemo war an dieser Stelle garnicht angemeldet, wer nicht drauf hört was die Polizei sagt der darf sich nicht beschweren wenn er erschossen verprügelt wird, etc. pp.) auf der anderen Seite die Menschen die Reaktionen dieses Staates auf Kritik schon live miterleben durften.
    Ich denke was ganz deutlich zeigt das hier einiges von Seiten der Staatsmacht schief gelaufen ist sind so Punkte wie:
    - Ein Brief eines ehm. Richters (vorsitzender einer Strafkammer des Landgerichts Stuttgart) inkl. Dienstaufsichtsbeschwerde und Erfahrungsbericht (http://bit.ly/crg2rU)
    - Das berühmte DPA-Foto mit dem Mann mit den blutenden Augen und am rechten Auge was "raushängen"
    - Bericht über einen Menschen der sein rechtes Auge wohl aufgrund des WaWe-Einsatzes nicht mehr nutzen kann
    - Die (Des-)Informationspolitik der Regierenden, die Behauptung es wurde mit Pfastersteinen geworfen welche kurz später wiederrufen werden musste ist da wohl nur ein Beispiel
    Natürlich war es nicht 100%ig "rechtskonform" das da Menschen versucht haben die Polizei am absperren des Geländes zu hindern, aber da hier weder die "freiheitlich demokratische Grundordnung" in ihren Grundfesten, noch die körperliche Unversertheit von irgendjemandem gefährdet war, halte ich den Einsatz von Gewalt für absolut ungerechtfertigt. Ein Staat der solch hohe Ansprüche an sich hat muss es sich im Zweifel leisten können den Termin fürs Bäumefälen zu verschieben und die "blockierenden" durch "wegtragen" und wegen mir im Zweifelsfall auch Ingewahrsamnahme zu entfernen. Wer keine aktive Gewalt ausübt hat auch keine solche durch andere zu erfahren. Wenn sich jemand in meinen Vorgarten setzt kann ich ihn ja auch nicht vom Grundstück prügeln.

  • Ach wie sehnsüchtig ich auf dieses Thema gewartet habe, ein neuer Spielplatz wo die "Rechts-Konservative-Law and Order"-Vertreter auf der einen Seite wieder was davon erzählen können das, das vorgehen der Polizei gerechtfertigt ist (da wurde gewarnt, und die Schülerdemo war an dieser Stelle garnicht angemeldet, wer nicht drauf hört was die Polizei sagt der darf sich nicht beschweren wenn er erschossen verprügelt wird, etc. pp.) auf der anderen Seite die Menschen die Reaktionen dieses Staates auf Kritik schon live miterleben durften.
    (...)


    Spielplatz, rechts-links-konservativ? Ich seh da absolut kein Diskussionsspielraum. Wir sind uns wohl alle einig, dass sich das nciht wiederholen darf. Und wir sind uns alle einig, dass nach den Angaben, die wir als außenstehende haben, die Polizei mit überharten Mitteln eingegriffen hat. Wir sind uns auch einig, dass die Polizeit körperliche Gewalt (im Sinne von ernsten Verletzungen in Kauf nehmen, NICHT im Sinne von Packen, Schubsen, Wegtragen etc, da sind wir in gewisser Weise auch bei der Verhältnismäßigkeit) eben nur akzeptabel ist, wenn eine Gefahr ausgeht. Wo bitte schön besteht da Diskussionsbedarf??
    Und um es mit den Worten von Badischbynature zu sagen: Bei Leuten, die was anderes behaupten merkt man, 'welch enormes politisches Verständnis' die an den Tag legen.