So, und hier isses.
Das Zeitkapsel-Review: Al Sultan MHD November 2007
Von Euch ermutigt, habe ich Gesundheit & Geschmacksknospen riskiert – alles für die Wissenschaft. 
Der Kopfaufbau: Kaya large masta, nur in der Rinne befüllt. 4 Lagen Haushalts-Alu, Gießkannenlochung, 3 halbe Tom Coco grün.
Foto Kopf
Der Tabak: Riecht auch nach nun insgesamt 4 TL Glycerin kräftig, fast erschlagend nach Honig. Sehr dunkel, grober schnitt, klebrig, wie würziger Imkerhonig aus der Wabe.
Die Versuchsanlage: Stilecht zum 2006/2007er Tabak musste mein altes Schlachtross aus der Zeit wieder ran. Eine „Harem“ (Hersteller oder Modell? – so hieß sie damals jedefalls) mit einfacher Bowl im böhmischen shape. Statt des Standardschlauchs Marke: „Rostrüssel“ natürlich mit Silikonschlauch und Kaya Barracuda-Mundstück. Leicht zu reinigen und ohne Gefahr, schlechten Geschmack zu bunkern.
Foto Versuchsanlage:
Rauch: Mittelprächtig. Ist mir aber ohnehin nicht so wichtig. Möchte Genuss, weniger Nebelkerze.
Geschmack: Wie am Honiglöffel gelutscht. Intensiv, süß und herb. Da scheint die Zunge fast zu kleben. Nicht der einfache, süße Langnese-Honiggeschmack, sondern würziger. In den ersten 40 Minuten gleichbleibend, danach etwas abnehmend. Bis zuletzt (75 min) steht aber nur Flavour im Vordergrund, nicht der Tabak.
Genau das, was schon anno dunnemals einige Reviewer hier im Forum beschrieben:
Zitat
anthropozentrik: der
geruch ist wahnsinnig intensiv...der geschmack auch....schmeckt ungefähr wie diese
honigwaben zum auskauen die es in der türkei gibt. (5. Februar 2007)
MisterT: Schmeckt superintensiv nach Honig
(sehr süß). Guter Tabak zum Mischen, pur kann man ihn nur ab und zu rauchen. (31. Dezember 2006)
Dagegen war nor kurzem neu gekaufter Al Sultan Honey Flavour ein ganz laues Lüftchen. Geringer Honiggeschmack, künstlicher – und nach einer halben Stunde fast nur noch nach schwachem Grundtabak. Eher wie Teebeutel 3. Aufguss…
Fazit: Der Uralt-Al Sultan Honey Flavour von 2006/2007 erntet im Geschmack satte 9 von 10 Punkten.
Der war nicht tot, sondern nach etwas Anfeuchten quicklebendig.
(Der neue schafft bei mir gerade mal 4/10 Punkten.)
Alter Shisha Tabak kann also noch weit über das Haltbarkeitsdatum hinaus (b)rauchbar sein. Hier lag das Plus wohl nicht (nur) an Nachfermentierung, sondern - wenn ich mir die alten Reviews ansehe - an damals besserer Qualität.
Ob ein Uraltfund noch was taugt, hängt immer vom Einzelfall ab. Möglich, dass dies, wie auch beim klassischen Pfeifentabak, durch Trockenheit und den Nikotingehalt bedingt ist.
Ganz wichtig: Der verschweißte Beutel muss luftdicht sein und der Inhalt darf nach intensiver Beschau und Geruchsprobe keinesfalls schimmelig, muffig oder verdorben wirken!
Um Gesundheitsgefahren zu vermeiden: Im Zweifel lieber nicht mehr verköstigen!