dns es war einfach schwer zu übersehen, dass dein Beitrag nicht deine eigenen Ideen entspringt, um sicher zu gehen habe ich mir den Wikiartikel sogar noch angeschaut und dann war es vollends ganz offensichtlich.
Wer sich selbst überzeugen will "libertär" auf der Wikihauptseite eingeben und den Links folgen.
Inwieweit du dich schon mit Kapitalismus beschäftigt hast, weiß ich nicht, ich gehe von der Summen der Aussagen, die offensichtlich kaum auf Wissen basieren einfach davon aus, dass die allerwenigsten wirklich schonmal kapitalistische oder kommunistische Theorien kritisch betrachtet haben, was meiner Meinung nach essentiell für deren Verständnis ist.
Um eine Antwort auf deine Frage zu geben, wieso ich der Meinung bin, dass man den Kapitalismus (leider ebenso wie links/rechts auch ein ziemlich undifferenziertes Wort, weil man sich heute die Frage stellen muss, ob das System wirklich kapitalistisch ist bzw. einfach nur einen Zweck für einen bestimmten Teil der Bevölkerung erfüllt) "bekämpfen" muss, gilt es einige Punkte anzusprechen. Den ersten habe ich schon genannt. Inwieweit ist das System kapitalistisch bzw. "entartet"?
Ein anderer Grund ist natürlich auch, dass unser heutiges System, wie auch ein theoretischer Kapitalismus stark zu Ausbeutung und Definierung von Unterschieden neigt. Das Prinzip des Kapitalismus scheitert meiner Meinung nach zwangsläufig, wie auch der Kommunismus, massiv am Faktor Mensch, wobei ich das kapitalistische Prinzip in erster Linie aus moralischen Gründen ablehne und nicht auf Grund seiner unumgänglichen "Fehler" in der Umsetzung.
Ein weiterer Grund ist meiner Meinung nach einfach auch, dass der Kapitalismus seine historische Legitimation verloren hat. Das ist eine Theorie, die sich in Zeiten entwickelt hat, in denen zum Beispiel Rohstoffknappheit ein Fremdwort war. Im Gegenteil, Rohstoffe gab es (trotz dem Knappheitsprinzip des Kapitalismus) vermeintlich in Hülle und Fülle, deswegen war ein hohes Wachstum zum Beispiel möglich. Heute weiß man, dass die Rohstoffe ausgehen und allein deshalb ist Wachstum irgendwann nicht mehr möglich. Dann heute noch an dieser dummen Formel Wachstum = notwendig und gut festzuhalten ist völlig bescheuert, das ist ein Paradigma, dass längst hätte abgelöst werden müssen, also ein reines Dogma. Da muss man den Wissenschaftlern meiner Meinung einfach vorwerfen, dass sie den Bezug zur Realität völig verloren haben oder obwohl sie es besser wissen aus wertkonservatistischen Gründen Scheiße erzählen. Ich mein jedes Kindergartenkind kann mir erklären, dass man aus nix, nix machen kann. Mit Recycling lässt sich zwar viel regeln aber irgendwan ist auch da Schluss, trotzdem heute meiner Meinung nach wichtiger denn je, wenn wir auch in 100 Jahren noch Kunststoffe haben wollen.
Hier knüpft auch mein nächstes Argument an, Stichwort Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit war bis vor wenigen Jahren in allen kapitalistischen Theorien ein Fremdwort und das was es heute gibt, Nachhaltigkeit über einen Lizenzmarkt (zum Beispiel Emissionslizenzen) zu erreichen und zu hoffen, dass sich ein Marktgleichgewicht einpendelt und so die Emissionen ausreichend sinken (sinken werden sie dadurch definitiv), ist absolut schwachsinniges Rumgedoktore und Rumgepfusche, um eine Ideologie zu erhalten, anstatt sich mal wirkliche Gedanken über alternative Theorien zu machen (was nichtmal bedeuten muss, dass man gleich Kommunismus rumgrölt).
Vielleicht ist gerade das das Problem, es gibt einfach noch keine Alternativen, die nicht "zu kommunistisch" für die wertkonservative, dogmatische Elite klingt. Es gibt viele Ideen und teilweise wird auch in eine Richtung geforscht, die ein bisschen entgegen der gängigen Lehrmeinung geht aber nichts wirklich neues, was viele Menschen bewegt. Meiner Meinung nach, muss es bevor es zu Veränderungen an der Oberfläche, also dem wirtschaftlichen/politischen System kommt, eine Änderung an der Basis, also der Ideologie kommen.
Na ja ich könnte jetzt noch ewig so weitermachen, gerade die ersten Punkte müsste ich noch genauer ausführen, allerdings spielen dort dann wieder mehr ideele Aspekte mit, als in den letzten Punkten.
Ach ja Flo..., in einer kommunistischen Gesellschaft gibt es keinen Staat (Absterben des Staates). Wie die Verwaltung der Theorie nach aussehen soll ist mir nicht ganz klar (ich glaube auch Marx und Engels nicht). Ich könnte mir vorstellen, dass das über Räte abläuft, allerdings nicht im eigentlichen Sinn des Wortes, also demokratisch gewählte Vertreter, die an einem runden Tisch zusammensitzen und entscheiden, wer was kriegt. Das wäre mehr ein öffentliches wöchentliches Treffen, die von jedem Mensch besucht werden können, wo dann darüber gesprochen wird, welche Güter knapp sind zum Beispiel. Theoretisch wäre das alles, Befugnisrechte über Menschen oder Güter gibt es nicht, was also aus so einem "Rat" resultiert ist offen. Allerdings ist anzunehmen, dass wenn das gesellschaftliche Ideal "jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" verwirklicht ist, diese Treffen vielleicht Richtlinien oder Anreize für die Individuen wären sich an den Umstand anzupassen (brauche ich wirklich 5 Äpfel am Tag? Kann ich vielleicht mehr als nur 3 Stunden arbeiten?). Hier liegt sicher auch das Problem, es geht von einem Menschen aus, der eben nicht egoistisch, sondern altruistisch handelt.
Wenn allerdings jeder mitspielen würde, wäre das meiner Meinung nach die Idealgesellschaft, maximale Freiheit und Individualismus. Der Mensch rückt wieder in den Fokus der Betrachtung. Fortschritt gibt es soweit gesellschaftlich effizient oder erwünscht, aber niemals zum Selbstzweck. Arbeit besteht wieder aus dem, was es eigentlich sein sollte, Verwirklichung von Interesse. Na ja, absoluter Kommunismus ist eine Utopie, die wohl immer an der Unfähigkeit des Menschen Triebhaftigkeit zu überwinden scheitern wird.
Ps:
Wer Tipp-, Grammatikfehler oder Wiederholungen findet, darf sie behalten, hab jetzt nämlich nicht nochmal alles durchgelesen.