Hallo
Hab bei gmx.de gerade einen Bericht über sogenannte Savants gelesen.
Ich finde soetwas sehr interessant und wollte hier mal draufaufmekrsam machen für die die sowas noch nicht kannten.
Daniel Tammett kann sich eine Reihe von 22.000 Ziffern merken und ist in der Lage, neue Sprachen innerhalb einer Woche konversationsreif zu erlernen. Weltweit gibt es nur etwa fünfzig Menschen - Savants genannt – mit ähnlich verblüffenden Begabungen.
Von Anja Eichler
Pi auf 1000 Stellen
Für einen ersten Eindruck - die ersten 1.000 Stellen der Zahl Pi.
Savants sind Genies – Genies in einem Teilbereich. Diese Inselbegabten vollbringen außergewöhnliche Leistungen auf musikalischem, sprachlichem oder mathematischem Gebiet. Zumeist sind sie Autisten oder haben eine andere Hirnschädigung. Aus diesem Grund fiel es Wissenschaftlern bisher schwer, das Phänomen "Hirnathletik" genauer zu untersuchen. Bei Daniel Tammett ist das anders: Er kann beschreiben, was in seinem Kopf vorgeht und mit unterschiedlichen Experten in einen Dialog treten.
Der 1979 in London geborene Tammet hatte im Alter von drei Jahren einen besonders schweren epileptischen Anfall, der in seinem Gehirn etwas ausgelöst zu haben scheint, was ihn dauerhaft veränderte. Mathebücher zählten fortan zu seiner neuen Lieblingslektüre. In den Schulpausen zog er sich zurück, um Pflanzenmuster zu studieren, statt mit seinen Schulkameraden zu spielen. Heute löst Daniel die unglaublichsten Rechenaufgaben im Kopf. Dabei kann er Ergebnisse bis zu hundert Ziffern nach dem Komma ohne Fehler berechnen.
Wissenschaftler vermuten, dass dieser Vorfall im Kleinkindalter bei Tammett Synästhesie auslöste. Das heißt, dass bestimmte Sinnesreize verschiedene Regionen des Gehirns ansprechen und somit bei Tammett, wie bei anderen Savants auch, mehrere Wahrnehmungen gleichzeitig hervorrufen. Medizinische Gehirn-Aufnahmen von Savants zeigen, dass deren linke Hemisphäre des Gehirns geschädigt ist und die rechte Hemisphäre versucht, den Schaden auszugleichen.
Tatsächlich haben viele Savants Probleme mit dem Kommunizieren und Verstehen – Fähigkeiten, die mit der Funktion der linken Gehirn-Hemisphäre zusammenhängen. Dafür können sie unglaubliche mathematische Leistungen vollbringen und verfügen über ein enormes Erinnerungsvermögen - Fähigkeiten, die mit der Funktion der rechten Gehirn-Hemisphäre zusammenhängen.
Daniel Tammett hat Probleme, verschiedene Gefühle voneinander zu unterscheiden und vertauscht stets links und rechts. Im Vergleich zu anderen Savants kann er jedoch sehr präzise berichten, was sich zum Beispiel bei seinen Rechenkünsten in seinem Kopf abspielt. Für ihn hat jede Ziffer eine bestimmt Form, Farbe und Struktur. Ein Blitz steht bei Tammett zum Beispiel für die Zahl Fünf. Wenn er zwei Zahlen multipliziert, erscheinen zwei Bilder vor seinem geistigen Auge, deren Formen verschmelzen und ein drittes Bild ergeben – die Lösung. Sein geistiges Vorstellungsvermögen erlaubt ihm, die schwierigsten Matheaufgaben zu lösen, ohne nachdenken oder lange rechnen zu müssen. Das Mathe-As verfügt aber auch über ein sehr gutes Erinnerungsvermögen. Im März 2004 stellte Tammett einen neuen Europarekord auf, als er die mathematische Konstante Pi innerhalb von fünf Stunden bis auf 22.514 Stellen nach dem Komma aus der Erinnerung wiedergeben konnte.
Sein schier unerschöpfliches Gedächtnis ermöglicht es ihm, neun Sprachen fließend zu sprechen. 2004 interessierte sich Filmemacher Steve Gooder für das außergewöhnliche Leben des Sprachgenies. Für seine Dokumentation "The Boy With The Incredible Brain", die am Karfreitag auf RTL ausgestrahlt wird, stellte Gooder Tammett die Aufgabe, innerhalb einer Woche Isländisch zu lernen – und zwar bis zu dem Niveau, dass Tammett in der Lage sei, ein komplettes Interview in Reykjavik in der Landessprache zu absolvieren. Seitdem spricht Tammett neben Englisch, Französisch, Finnisch, Spanisch, Deutsch, Lettisch, Esperanto und Estnisch eben auch noch Isländisch – so einfach kann das sein!
Dabei scheint dem Briten allerdings der Reiz verloren gegangen zu sein, bereits existierende Sprachen zu lernen. Kurzerhand entwickelte er also seine eigene Sprache – Mänti – deren Vokabeln und Grammatik Ähnlichkeiten mit den skandinavischen Sprachen aufweisen. Mänti zum Beispiel ist Finnisch für "Zwergkiefer".