Zitat
Für mich ist die Religion wie sie in diesem Land (und vielen weiteren praktiziert wird) aber die perfekte Definition der Obrigkeitshörigkeit.
Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll... Wenn ein katholischer Pfarrer über Familie/Kinder/Ehe redet... Ahja... Was qualifiziert ihn ?
Wird das hinterfragt ? Nein ! Warum ? Weils der Pfarrer ist, eine moralische Instanz die Gewicht hat...
Warum ? Weils halt schon immer so war. Weil man dem nicht widerspricht.
Dies ist aber deine persönliche Sichtweise, die bei weitem nicht verallgemeinert werden kann, da sie einerseits auf persönliche Erfahrung geprägt ist und dann auch mit einer bestimmten Art von Religion und Religiosität von Menschen.
Zur Qualifizierung kann man fragen, was generell Menschen dazu befähigt, über solche Themen zu sprechen. Auch der Priester hat Erfahrung mit Familie und Kinder (er war selber Kind und ist immer noch Teil einer Familie) und auch mit der Ehe, wobei dort eher als Außenstehender, der aber schon Probleme und auch gute Erfahrungen mitbekommt. Er hat zwar seine spezifisch katholische Sichtweise auf die Dinge, aber jeder hat seine spezifische Sichtweise und auch dort gibt es unterschiede, je nachdem welchen Blick man persönlich einnimmt.
Zitat
Dass der erstze Satz lautet "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" und dann irgendwann später auftaucht "Du sollst nicht töten" macht die Gebote für mich unglaubwürdig hinsichtlich der Moral.
Da würde mich interessieren, wieso die beiden Sätze im Verbund, die 10 Gebote unglaubwürdig machen.
Zitat
Dass die Menscheit diese Grundregeln vergisst wenn die Religion wegfällt halte ich für äußerst fragwürdig.
Und neues bringt die Religion ja nicht zustande. Sie ist nichtmal in der Lage sich ein wenig der aktuellen Zeit anzupassen.
Ich weiss nich wos war, glaub auf ARD in ner Reportage wo ein Imam interviewt wurde.
Die Kernaussage war "Die Religion kann sich nicht dem Menschen anpassen. Der Mensch muss sich ihr anpassen".
Das schließt jedes Tor für Veränderung. Darauf kann ich persönlich verzichten.
Ist meines Erachtens auch zu kurz gesehen, da sie wieder EINE bestimmte Art Religion zu sehen, in den Blick nimmt.
Die Schriftreligionen stehen immer im Spannungsfeld zwischen Zeitgeist und schriftlichem Kanon. Aber jede Religion hat auch gezeigt, dass sie sich anpassen kann über die Jahre. Selbst die katholische Kirche hat Entwicklungen in theologischen Gedankengänge und sich im Laufe der Zeit immer wieder Begebenheiten angepasst. (Teilweise hat sie das auch besser gemacht als die protestantischen Kirchen.)
Ich gebe dir aber Recht: Wenn Religion als dasjenige gesehen wird, an dem sich der Mensch anpassen muss und dem er sich ergeben muss, dann ist das schlicht schrecklich und meines Erachtens auch abzulehnen.
Und gerade was heutige Werte, wie Menschenwürde, Gleichheit, Freiheit oder das was mir Menschenrechte nennen, anbelangt, waren die religiösen Institutionen in Europa eher Blockade als alles andere (auch wenn das von den Institutionen heute gerne anders gesehen wird).
Im Gegensatz dazu stehen dann religiöse Gruppierungen, die genau diese Grundrechte verteidigt und aufgestellt haben (siehe Bill of Rights oder die Verfassung der USA)
Wie andere schon gesagt haben, ist Religion wie jedes menschliche Konstrukt eine paradoxe und fragwürdige Angelegenheit.
Zitat
a Religion allerdings auch nicht mehr kann in dieser Hinsicht als Gesetze/Moral/Ethik kann man auch argumentieren, dass Religion zwar nicht schlecht oder kontraproduktiv sondern schlicht überflüssig ist 
Das ist aber wieder Verkürzung der Religion als Anstalt von Moral und Ethik. Religion ist unglaublich vielschichtig und viel mehr als Ethik und Moral bzw. Gruppenbinder. Nimmt man Religion und Religiosität als Phänomen, dann scheint es schon fast menschlich zu sein. Manche sprechen abwertend von "Ersatzreligion Fußball". Ich würde es schon fast gleichstellen, denn das Phänomen Fußball wird von vielen Fans schon sakral aufgeladen.
Zitat
PS: Dies gilt natürlich nicht für jeden Gläubigen. Ich habe weiterhin nichts gegen Gläubige, die ihre Religion hinterfragen und ihr Handeln und ihren Glauben reflektieren und Andersdenkende in Ruhe lassen. Dann ist Religion auch nicht Fehl am Platze in der heutigen Zeit, wenn auch weiterhin mMn fragwürdig, die guten Seiten mal außen vor.
Das erwarte ich eigentlich von jedem, dass er seine Handlungen und Gedanken reflektieren kann. Und wie ich schon vorher gesagt habe, ist Reflexionslosigkeit kein exklusives Problem von Gläubigen, sondern Problem einer breiten Masse in der Bevölkerung. Da ist es egal ob CDU-Wähler, Kommunist, Nationalist, Jung oder Alt, Student oder Arbeiter. Du findest im jedem Lager eine unglaubliche Masse von unrefklektierten und auch intoleranten Menschen.