Sterbehilfe.

  • ich bin dafür, meine (ich glaub) uroma war auch schwer krank und ihr wurde sterbehilfe verweigert. dann hat sie das essen verweigert, ganz rational entschieden, und ihr war klar, dass sie so weniger leiden würde.


    ich kannte sie zwar nicht, hab es aber aus erzählungen gehört. so möchte ich n icht enden.

    keine signatur, kein problem

  • Sterbehilfe ist ein schwieriges Thema. Einerseits will man die würde des Menschen wahren. Die Windeln gewechselt zu bekommen und dann schmerzhaft gereinigt werden, weil die muskeln so verkümmert sind, dass die innensehnen die Arme und Beine an den Körper heranziehen und diese dann versteifen, sodass jeder versuch, sie zu wieder zu strecken mehr als schmerzvoll wird. Weiterhin ist durch mehrere Schlaganfälle das Gehirn bereits so zerstört durch Sauerstoffmangel, dass man die eigenen Enkel nicht wieder erkennt, die man seit ihrer Geburt an jede Woche gesehen hat, mit ihnen gespielt hat und ab und zu sogar fragt wer die Frau da sei, die aber mit ihm bereits über 60 Jahre verheiratet ist, das selbe mit den Töchtern. Ist keineswegs würdevoll. Leider musste mein Opa dieses Schicksal erleiden. Im nachhinein hätte ich keineswegs in diesem Fall Sterbehilfe zugelassen. Er hatte ab und an seine guten Tage in denen man mit ihm reden konnte. Ich glaub ein weiterer Faktor ist, dass die ganze familie zusammengehalten hat und ihn bis zum bitteren Ende gepflegt hat, er wurde in kein pflegeheim gegeben, nach dem Motto "Wie in guten wie auch in schlechten zeiten". Meine Oma ist heute noch nicht über den Tod hinweggekomen und es ist bereits 2 jahre her.
    Rein Objektiv Betrachtet wär Sterbehilfe wohl die bessere Option gewesen, aber nun, seitdem er von allein gestorben ist, ist der schmerz immernoch groß, besonders wenn man daran denkt. Ich will mir garnicht ausmalen wie groß die vorwürfe meinerseits jetzt wären, wenn ich die Sterbehilfe unterstützt hätte(hat keiner aus unserer familie)
    Es ist in jedem Fall eine große gefühlsmäßige bindung, die das entscheidet. Da die Hoffnung ja doch immernoch besteht, dass sich dieser Mensch vielleicht durch ein Wunder wieder erholt und es ist ein auf und ab. und somit kommen wir zur aktiven und passiven sterbehilfe


    Aktive sterbehilfe : Welcher Gläubige oder gesunde Mensch könnte sich anmaßen zu behaupten, dass er mit reinen gewissen weiterleben konnte in dem bewusstsein, dass er Leute tötet und dabei ein reines gewissen hat, weil er es wohl zum vermeindlichen wohl des patienten macht? Ich denke das kann man von allen seiten nicht vereinen, weder von der seite der ärzte, der patienten oder deren betroffenen


    Passive Sterbehilfe : Kann grausam sein und sich wochen hinziehen und bei einer langen periode des Leides, würde ich schon fast von wirklichen fall von unterlassener hilfeleistung sprechen, von daher nur eine Option, dass der Patient wirklich schnell sterben würde, wenn man die geräte ausschaltet.



    Meines erachtens sollte Sterbehilfe jedoch erlaubt werden. Der Staat sollte sich nicht anmaßen Familien vorzuschreiben, ein total eingeschränktes leben an schläuchen und bedarf an dauernder Pflege, dem ein oftmals hartes aber wunderschönes leben voraus ging nicht beendigen zu dürfen, sodass diese Person ihre letzten Tage nicht in Leid lebt. Denn oftmals ist es noch so, dass diese Menschen alles mitbekommen von außen, aber nur nichtmehr antworten können und das zerreißt viele innerlich und bedeutet einen großen emotionalen schmerz, trauer und verzweiflung.
    Das höchstmaß an Skandal erachte ich, dass Ärzte die schreiben, die von den patienten im vorhinein mit vollen bewusstsein nicht akzeptiert werden, nur weil ihnen durch den Hyprokatischen Eid und die deutschen Gesetzte die Hände gebunden sind.
    Meiner Meinung nach kann man Sterbehilfe eh nicht allgemein erlauben, sondern jeder Einzelfall muss bei dieser Entscheidung betrachtet werden, da bei jedem was anderes los ist, andere familäre Gegebenheiten , andere denkweisen etc.
    Kurz zusammengefasst : Aktive Sterbehilfe ist grausam für Patienten und betroffenen, sollte aber erlaubt sein, solang man es mit sich selber vereinbaren kann( ich könnte es nicht)


    Passive Sterbehilfe : Sollte ebenso erlaubt sein, aber nur dann, wenn es auch ein schnelles Ende bedeutet und der Mensch nicht zu sehr leidet..


    Ich halte dieses thema übrigens fuer ein sehr sensibles, ich hoffe dieser thread bleibt frei von hirnlosen kommentaren.