Obwohl ich den Menschen für seine Tat zutiefst verachte und ihm lebenslangen Knast unter schlimmsten Bedingungen wünsche, finde ich es nicht gut dass hier von Folter+Todesstrafe gesprochen wird.
Ich weiß nicht ob jemand das Stufen-Modell von Kohlberg kennt, aber jemanden so zu bestrafen ist die niedrigste Kohlberg-Stufe.
Es wird nach dem Motto geurteilt, gleiches mit gleichem zu vergelten was sozial gesehen Kleinkinder-Niveau ist. Hier dazu eine Erläuterung zur ersten Stufe im Kohlberg-Stufenmodell:
Präkonventionelle Ebene
Diese Ebene entspricht dem Niveau von Kleinkindern.
1. Stufe Die Orientierung an Strafe und Gehorsam:
In der ersten Stufe orientieren sich diese nicht an moralischen Ansprüchen, sondern im wesentlichen an wahrgenommenen Machtpotenzialen. Die von Autoritäten gesetzten Regeln werden befolgt, um Strafe zu vermeiden.
2. Stufe:
Die instrumentell-relativistische Orientierung: In der zweiten Stufe erkennen Kinder die Gegenseitigkeit menschlichen Verhaltens. Rechthandeln besteht darin die eigenen Bedürfnisse und gelegendlich die von anderen als Mittel (instrumentell) zu befriedigen. Menschliche Beziehungen werden vergleichbar mit der Austauschbeziehung des Marktes verstanden. Sie orientieren ihr Verhalten an dieser Gegenseitigkeit, reagieren also kooperativ auf kooperatives Verhalten, und üben Rache für ihnen zugefügtes Leid ("tit for tat")/("do ut des" -> ich gebe, damit du gibst).
Wen der ganze Artikel interessiert, sucht bei Wikipedia nach "Stufentheorie des moralischen Verhaltens"
Indem man den Täter quält, foltert, tötet oder ihm sonstwie versucht, die gleichen Qualen zu verschaffen wie seinem Opfer, begibt man sich auf seine Ebene.
Mir ist klar dass das ein heikles Thema ist und bei Gott, wenn das meine Tochter gewesen wäre weiß ich auch nicht was ich mit dem Kerl angestellt hätte.
Ich will auch nicht sagen dass der Wi...er nicht bekommen soll was er verdient für seine Tat.
Ich will mit dem Artikel nur zum Nachdenken anregen. Man ist viel zu schnell bei der Einstellung "Auge um Auge, Zahn um Zahn", welche meiner Meinung nach
1. seit ca. 2000 Jahren überholt ist (denn sie stammt aus der Bibel) und
2. wenn dann in ALLEN juristischen Bereichen Anwendung finden müsste, um sich selbst zu legitimieren.
Lebenslange Haft im US-Hochsicherheitsgefängnis, auf keinen Fall Strafmilderung durch gute Führung und Mitgefangene, die über die Tat Bescheid wissen und am besten selbst noch Kinder haben, das wäre meiner Meinung nach angemessen. Da das nicht geht am besten lebenslange Sicherheitsverwahrung ohne Chance auf Strafmilderung, dann ist wenigstens gesichert dass der Typ nie wieder auf die Menschheit losgelassen wird.
Dem Mädchen wünsche ich, dass es auch nur annähernd in der Lage ist, das Erlebte auf irgendeine Art zu verarbeiten.