Beiträge von Syriel

    Zitat

    Original von Varg


    Schön geschrieben ist es, ja.
    Aber an einer Sache hinkt diese Beschreibung ein wenig:


    Wenn es die Idee von Gott und dem Glauben nicht gegeben hätte, meinst du nicht, dass sich ein anderes oder ähnlicheres System durchgesetzt hätte? Und hier reden wir über Gott, du kannst deine These zwar auf jedes beliebiges System reflektieren, doch im Endeffekt ist für mich der Gottglaube hinfällig, weil seine Existenz nicht bewiesen ist, andere Erklärungen möglich und auffindbar sind und weil dies nicht rechtfertig zu sagen, dass der Gottglaube alleine eine lebenqualitätserhöhende Funktion hat.


    Aber es ist doch ganz offensichtlich so, dass sie der Glaube an ein höheres Wesen unabhängig voneinander in jeder Kultur entwickelt hat.


    Also können wir doch einmal ganz allgemein festhalten, dass der Mensch IRGENDETWAS braucht, woran er sich halten kann, sei es Gott, die Wissenschaft oder seine Shisha.
    (Versuche das Problem gerade etwas strukturiert anzugehn. Könnt ihr mir da alle zustimmen?)


    Was die Tatsache angeht, dass Gottes Existenz nciht bewiesen ist: Das Gegenteil auch nicht! Also: Think positive! *g*


    Naja, Spaß bei Seite. Das Problem bei solchen Diskussionen ist leider, dass man nicht wirklich zu einem Ergebnis kommt, es kann ja keine der Seiten etwas beweisen und die die irgendwo zwischendrin stehn erst recht nicht ;)


    Ich versuche dann nur immer die Menschen zum nachdenken zu bringen, damit sie sich eine fundierte eigene Meinung bilden, denn meiner Meinung nach reicht "Ey, die Kirche is voll scheiße, ey" nicht wirklich aus.


    Also, erzählt mir mal, ob ihr meiner "These" (Der Mensch braucht IRGENDETWAS woran er sich halten kann) alle zustimmen könnt, vllt kommen wir ja auf diesem weg irgendwie weiter.


    Liebe Grüße von einem philosophierenden Syriel

    @ blub:
    Aber wenn du so kommst muss ich fragen wie wahrscheinlich es war dass das gerade dort zur richtigen Zeit passiert? Ich sage: Gott hat den Tsunami geschickt!


    So, jetzt mal im Ernst, bin natürlich auch kritisch. Ob ich an einen "Gott" glaube will ich jetzt mal offen lassen, aber ich glaube definitiv daran dass es da noch irgendetwas geben muss.


    Ich bin christlich (katholisch) erzogen und bin mir trotzdem (gerade deswegen?) über die Schattenseiten von Religion (besonders des Christentum) bewusst. Das Problem ist dabei aber nicht die Religion, sondern die Menschen in den richtigen (falschen?) Positionen die sie nicht ernst nehmen sondern sie für ihre Zwecke ausnutzen.


    Aber ich finde der Glaube gibt Menschen so viel Halt, dass es für mich erstmal zweitrangig ist, ob es Gott wirklich gibt. Er (der Glaube) macht nicht nur Mut, die Kirche ist auch (vor allem für ältere Menschen) ein sozialer Treffpunkt, ohne den diese Leute NUR NOCH alleine Zuhause sitzen würden. Außerdem übernimmt der Pfarrer teilweise die Rolle eines Psychologen. Natürlcih kann er diesen nicht ersetzen aber oft hilft es Menschen in Problemsituationen bereits wenn sie ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Ängste finden.


    Und was die Bibel angeht: Dieses Buch ist für JEDEN Menschen wertvoll, völlig unabhängig davon ob er an Gott glaubt, oder nicht. Wer natürlich alles was darin steht wörtlich nimmt, und nicht als die Metapher, die es ist, der wird natürlich schnell (zu schnell) zu dem Schluss kommen: "Das geht ja garnicht!" "Geht ja wohl!" sagt Syriel dann, denn es sind einfach Geschichten die das Wesen Gottes verdeutlichen sollen. Einfaches Beispiel: In der Bibel finden sich 2 Schöpfungsberichte. Um zu erkennen, dass da irgendwas nicht ganz wörtlich gemeint sein kann brauche ich keine Evolutionstheorie (mal ganz abgesehen davon, dass ja wohl allen klar ist und war, dass damals keiner da war der aufgeschrieben hat was Gott in den ersten 6 Tagen getrieben hat, bevor er den Mensch schuf :P) Beide beleuchten die Entstehung der Welt anders und sind aus dem Kontext ihrer Zeit erklärbar. Aber das allerwichtigste ist ja immernoch im Bezug auf die Bibel: Sie wurde von Menschen geschrieben, also wer will hier bitte Perfektion erwarten?


    Die Bibel fasst also den Erfahrungsschatz unzähliger Generationen zusammen. Wer das nicht wenigstens versteht und würdigen kann, der ist meiner Meinung nach arm dran, denn dann blickt man nicht über seinen eigenen Tellerrand hinaus während man sich beschwert, dass Gläubige doch alle Scheuklappen aufhätten.


    So, das Wort zum Sonntag lautet also:


    Wenn alle Menschen nach den 10 Geboten leben würden wäre unsere Welt das Paradies. Ergo: Nicht die Religion ist das Problem, sonder nach wie vor und in alle Ewigkeit der Mensch. Amen.