Zitat
Original von Tob
Warum braucht Mensch eine Existenzbedingung? Und warum soll es gerade 'Liebe' sein?
Man denke an die Begriffe 'Habsucht' und 'Liebe' und stelle diese gegenüber. Der erste Begriff: gesellschaftlich geächtet; der andere wiederum verklärt, mystifiziert, zur Existenzbedingung erhoben. Meiner Erfahrung nach spiegeln beide Begriffe den selben Zustand wieder aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Worum geht es da eigentlich? mMn um reine Triebbefriedigung, welche gesellschaftsfähig verpackt wurde. Existenzerhaltung und ein Wille zur Macht über andere. Wiederum zwei Begriffe, welche als unmoralisch gelten mögen. Abfällige Begriffe über Personen, welche ihrer Sexualität freien Lauf lassen gibt es zu genüge. Moralisch 'besser' soll es dann sein, wenn wir uns auf einen Partner beschränken und dieses im 'Idealfall' dann mit einer Ehe festigen? Kann das nicht auch alles Irrglaube sein?
Nochmal zu den beiden Begriffe 'Liebe' und 'Habsucht'. Einmal aus der Perspektive des Einsamen, des Suchenden und andererseits aus der Perspektive des 'Erfüllten', welcher seinen Anspruch auf Alleinherrschaft über seinen Partner bzw. durch Vorwand der 'Liebe' frei ausnutzen kann. Man will der alleinig Geliebte sein und fürchtet um diesen seinen 'Besitz'. Krankhaft eifersüchtige Menschen kenne ich zu genüge. Wenn es dann vorbei ist drehen die meisten, welche sich zu sehr auf eine bestimmte Person fixiert haben verständlicherweise durch. Ihr 'Ideal', ihre 'Existenzbedingung' wurde von Grund auf erschüttert. Problem hierbei: durch den zwanghaften Glauben, altruistisch handeln zu müssen, vergessen viele, wie wichtig es ist auch egoistisch handeln zu müssen. Was den Mensch gesellig macht ist seine eigene Unfähigkeit mit sich selbst fertig zu werden, sich selbst zu akzeptieren. Um es buddhistisch auszudrücken: "Mache aus dir ein Licht. Verlasse dich auf dich selbst, mache dich nicht abhängig von irgendeinem anderen!"
So, mal ein bisschen Pessimismus (teils aus Erfahrung, teils aus Theorie) verbreitet...und wie gesagt: meine Meinung dazu.
Und das ganze mal auf Hormon Ebene reduziert: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/05/Liebe-Verliebt
Verdammtes Dopamin. 
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Hört sich alles wohl durchdacht an, ist aber schon ein wenig extrem finde ich.
Ich bin selbst der Meinung, dass Liebe ein Trieb ist, vielleicht sogar mit einer der stärksten und grundlegensten.
Die Existenzerhaltung ist vielleicht auch eine wichtige "Funktion" von ihr, aber nur um sich fortzupflanzen braucht es eigentlich keine Liebe, das hat die Natur, sofern es stimmt, ziemlich "umständlich" umgesetzt.
Möglicherweise sorgt das, was wir Liebe nennen, auch nur dafür, dass die Erzeuger eine lange Zeit zusammen verbringen, um die Fortpflanze über die Runden zu bringen. Von daher könnte man, wenn man wollte, Liebe durchaus als eine Existenzbedingung ansehen. Nicht für sich selbst, sondern für die folgende Generation.
Aber ein Wille zur Macht über andere? Ich für meinen Teil wollte keine Macht über meine Freundin (so ich denn eine hätte
), auf sowas würde ich nie kommen.
Ich vermute mal, es läuft eher darauf hinaus eine Macht über seinen Partner zu haben, sie aber nicht zu nutzen, wozu auch immer.
Sobald man anfängt, den von dir erwähnten Anspruch auf Alleinherrschaft zu nutzen, oder sogar auszunutzen, ist es für mich keine Liebe mehr, da hört dieser Begriff für mich auf.
Meiner Meinung nach fürchtet jemand, der eifersüchtig ist, nicht um seinen "Besitz", jedenfalls nicht zwangsläufig. Das ist Angst seinen Partner, seinen gleichgestellten Partner zu verlieren. Ersteres hat für mich nichts mit Liebe zutun, dafür aber letzteres. Ich trenne das konsequent, weil beides ("Besitz" und "Partner") völlig verschiedene Dinge sind. Wer von einem Menschen als seinem Besitz spricht, liebt ihn nicht.
Ebenso sind Sexualität und Liebe zwei Dinge, die zwar irgendwie zusammengehören, aber trotzdem getrennt voneinander betrachtet werden müssen, was natürlich nicht leichtfällt, da wir von der Gesellschaft einfach bestimmte Verhaltensweisen diktiert bekommen. "Wer ne Freundin/Freund hat, hat gefälligst monogam zu leben!"
Ja, aber stimmt das überhaupt? Kann ich denn nicht einen Menschen lieben, aber gleichzeitig wechselnde Sexualpartner haben? Es gibt ja Paare, die das so halten.
Zugegeben, ich könnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass meine Freundin noch mit anderen Typen in die Kiste hüpft, und bei mir genauso.
Aber ist es richtig?
Von daher stimme ich in diesem Punkt zu, das könnte sicher ein Irrglaube sein.
Jedenfalls bin ich der Meinung, dass Liebe und Habsucht zwei völlig verschiedene Dinge sind. Aber im Endeffekt hängt das davon ab, was man unter beiden Begriffen versteht, also ist es sicher auch nicht falsch zu sagen, dass beides das gleiche ist.
Es liegt wie immer im Auge des Betrachters 