Fiiine

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Wednesday, April 8th 2015, 6:56pm

Versuchsreihe: Selbstgemachter Tabak auf professionellem Niveau

Hallo Leute,
dies ist mein erster Beitrag. Daher möchte ich mich kurz vorstellen, bevor ich zum eigentlichen Thema komme.
Ich bin 25 Jahre alt, Student, rauche seit 11 Jahren Wasserpfeife, bin autodidakt und habe eine Vorliebe für wissenschaftliches Arbeiten.

Nun kam mir in den letzten Jahren mal öfter die Idee, Wasserpfeifentabak selbst herzustellen. Dieses Mal habe ich mich endgültig dazu entschlossen. In den letzten Wochen habe ich bereits viele Informationen gelesen, mich durch hunderte Seiten in diversen Foren gelesen, nach Bezugsquellen gesucht etc.

Jetzt kann man hierauf antworten:
Es gibt bereits mehrere Versuche sowie Anleitungen zu diesem Thema.


Das stimmt! Jedoch konnte keine dieser Anleitungen meine Bedürfnisse zu 100% befriedigen. Das liegt besonders daran, dass in den meisten Fällen fertige Molasse für die Produktion benutzt wird.
Außerdem scheinen viele Threads verlassen zu sein, sodass man sich keinen neuen Output erhoffen kann.

Was will ich jetzt anders machen?

Mein Ziel wird es sein, einen edlen, rauchbaren Wasserpfeifentabak mitsamt Molasse herzustellen. Grundtabak ist sehr billig zu erwerben (bzw. selbst herzustellen) und wenn man bedenkt, dass in 1 kg Wasserpfeifentabak lediglich ca. 200 gr. reiner Tabak enthalten ist, so kann man sich vorstellen, wie viel Geld man hierbei sparen kann, ohne auf hochklassigen Tabak verzichten zu müssen. Weiterhin entfallen mindestens 44,82€ (15,66€ je Kilo plus 22 Euro je Kilo und auf diese Summe nochmal die MwSt.) auf einen Kilo Wasserpfeifentabak und da wir im Rahmen des Projekts für uns selbst produzieren, werden wir diese Ausgaben einsparen.
Weiterhin werden meine Ergebnisse "open-source" sein. Kopieren, nachmachen und perfektionieren ist ausdrücklich erwünscht.
Es gibt diverse Mitleser da draußen, die sehr gute Resultate bei der Herstellung ihrer Molassen erzielt haben, die genauen Zusammensetzungen jedoch geheim halten. Ich möchte diesen Personen auch keinen Vorwurf machen, jedoch ist es ein weiteres Ziel des Projekts, das Rad nicht neu erfinden zu müssen.
Ungefähre Zusammensetzungen von Shisha-Tabaksorten diverser Hersteller gibt es hier zu finden und dient als Orientierungshilfe bei der praktischen Umsetzung : BMEL - Tabakzusatzstoffe

Wie geht es weiter, wann geht's los und was braucht man ?

Ich habe jetzt ein Kilo Virginia Bright Tabak bestellt für einen leichten Tabak (später wage ich mich an Mischungen mit Burley und Orient-Tabak heran). Mein Glycerin und Propylenglykol kommen auch demnächst an und meine Aromen werde ich bei aromen4you bestellen. Da sich die Herren und Damen hinter dieser Firma noch derzeit in den Betriebsferien befinden, wird es noch einige Tage dauern, bis ich meine Bestellung aufgeben kann. Den Honig werde ich im Supermarkt und die Zuckerrohrmelasse im Reformhaus kaufen.


Preise, genaue Herstellerbezeichnungen und Links werden in Kürze folgen.

Sobald ich in den nächsten 1-2 Wochen die Versuchsreihen starte, wird jeder einzelner Versuchsaufbau protokolliert und hier veröffentlicht.


Jetzt an euch:

Was erwartet ihr von diesem Projekt? Hat jemand Lust, sich anzuschließen, zu experimentieren und seine Ergebnisse zu veröffentlichen? Hat noch jemand irgendwelche Tipps oder Anregungen?

Vielen Dank fürs Lesen.

Fiiine

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Wednesday, April 8th 2015, 7:33pm

Gute Idee, erinnert an den Al Kashmir von Pinky, zumindest vom Prinzip her

Erwartungen: Interessante Aromen. kein Blaubeer-Minze, keine Traube, kein Ice scheiß, sondern interessante und außergewöhnliche Aromen. Vllt etwas in Richtung Lebanese Bombshell (SB), was in Richtung Static Starlight (Tangiers), irgendetwas, was hier nicht zu bekommen oder einfach mal ausserhalb der Norm ist.
Friede den Hütten, Krieg den Palästen
Georg Büchner

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Wednesday, April 8th 2015, 9:10pm

Vielen Dank für das erste Feedback.

Ich habe jetzt erst einmal nach Pinky im Forum suchen müssen. Hab auch auf die Schnelle keine genauen Mengenangaben finden können, jedoch bestimmte Vorgehensweisen was das Soßieren etc. betrifft. Werde noch weiterhin in alten Threads von diesen Usern suchen und schauen, ob ich da fündig werde. Glaube auch, dass Pinky eher auf stärkeren Grundtabak gesetzt hat ..

Die von dir genannten Sorten kenne ich nicht, habe dafür in den Reviews nachgeschaut, um welche Geschmacksrichtungen es sich handelt. Klingt schon mal interessant, vermute jedoch, dass dies bereits zur "Königsdisziplin" gehört.

Meine ersten Versuche werden sich auf fruchtige Aromen beziehen, da ich in der Anfangszeit die Erfahrungen sammeln muss, was das allgemeine Präparieren des Grundtabaks und das Herausfinden von Mischungsverhältnissen mit den jeweiligen Aromen betrifft. Im nächsten Schritt werde ich mich an ausgefallenere Sorten heranwagen.

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Wednesday, April 8th 2015, 9:17pm

ansonsten ist hier sein youtube Kanal, da spricht er ab und an auch mal über derartige Dinge..ansonsten kannst Du ihn bestimmt auch mal anschreiben :D
Friede den Hütten, Krieg den Palästen
Georg Büchner

Pinky

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Thursday, April 9th 2015, 1:52am

Ich gebe mal ein bisschen Input. Es gibt einige Faktoren, die es zur Entwicklung eines Shishatabaks berücksichtigen bzw. untersuchen und testen muß. Einige dieser Faktoren werden durch persönliche Präferenzen entschieden, worin ja auch der Reiz eines eigenen Tabaks liegt. So kann man sich zum Beispiel für einen milden oder starken Grundtabak entscheiden und wird dadurch auf eine andere Rezeptur kommen oder andere Mengen oder andere Inhaltstoffe zurückgreifen, weil einem andere Kombinationen besser gefallen. Aber hier zunächst die verschiedenen Faktoren mit etwas Input:

Süßungsmittel:
Verschiedene Süßungsmittel kommen in Tabak zum Einsatz. Der Grundtabak selbst hat einen Zuckergehalt, den man vom Lieferanten erfragen kann. Dieser Zuckergehalt kann Tabak kratzig machen, ein "Drücken" erzeugen oder ihm einfach eine Grundsüße verleihen. Außer durch den Einkauf hat man hier nur den Einfluss durch Eigenanbau, da man dort die Trocknung und Fermentation beeinflussen kann. Generell läußt sich sagen, dass Virginia eher zuckerreich ist, fermentierte Sorten zuckerfrei.
Weitere Süßungsmittel sind Melasse, Honig, Fructose-/Glukosesirup, Invertzuckerlösungen. Melasse ist das traditionelle Süßungsmittel und kommt in modernen Shishatabaken so gut wie nicht zum Einsatz. Vermutlich, da Melasse von den genannten Sorten am wenigsten Süßkraft besitzt, verhältnismäßig teuer ist, unbequem in der Verarbeitung und den Geschmack beeinflussen kann.
Honig wird immer wieder genannt, kommt aber nicht zum Einsatz. Der Preis ist zu hoch, Karamelisierung kann auftreten.
Fructosesirup kommt häufig zum Einsatz, die Süßkraft ist hoch, billig durch industrielle Fertigung. Für Endverbraucher als Frühstückssirup beziehbar, der als Honigersatz dient.
Invertzuckerlösungen kommen kommerziell zum Einsatz, ob man hier fertige Produkte beziehen kann oder selbst herstellen muß, weiß ich nicht.

Grundtabak:
Wie oben kurz erwähnt trifft man hier schon Entscheidungen bezüglich des Zuckergehalts des Tabaks. Gängiger Tabak für die Shisha ist Virginia. Entgegen der der allgemeinen Einschätzung ist Virginia kein per se milder Tabak, sondern kann ach in hohen Nikotinstärken bis 5% bezogen werden. Für Virginia spricht das Flue Curring, es sorgt für geringes Eigenaroma des Tabaks, hohen Zuckergehalt, viel Blattsubstanz und somit Aufnahmefähigkeit für Flüssigkeiten. Was für den einen ein Vorteil eines Tabaks sein kann, gilt für den anderen Raucher auch gerne als Nachteil.
Burley gilt als Aromaträger im Tabak. Durch Chlorophyllmangel absorbiert Burley Aromen besonders gut, was im Shishatabak auch nachteilig wirken kann. Er hat einen niedrigen Zuckergehalt nahe 0%, ein kräftiges Aroma von Kakao oder Schokolade, was durch Toasting gefördert werden kann. Burley hat im Vergleich zu Virginia wenig Blattsubstanz, weswegen er weniger Gesamtflüssigkeit aufnehmen kann.
Zigarrentabake bieten Eigenaromenfülle und teilweise gute Blattsubstanzen, da sie frühreif geerntet wird. Da Zigarrentabake fermentiert werden, ist die Blattsubstanz geringer als bei Virginia.
Orienttabake bieten viel Blattsubstanz, durch den kleinen Wuchs. Enthalten viel Eigengeschmack durch natürliche ätherische Öle in den Blättern. Er wird daher, wie ich kürzlich erfuhr, unfermentiert verwendet. Der Charakter ist von einer Kratzigkeit geprägt und wird eher als Mischanteil in geringen Mengen verwendet.
Will man in Richtung Zaghloul entwickeln, kommen Firecurred Tabake zum Einsatz, die durch Räuchern einen eigenen Charakter erhalten.

Produktionsverfahren:
Hier ist die Überlegung, ob Molasse hergestellt werden soll und somit alle Inhaltstoffe in einer Flüssigkeit vermengt werden und dann über den Tabak gegeben werden oder ob ein Verfahren entwickelt werden soll, bei dem in einzelnen Schritten der jeweilige Inhaltsstoff an passender Stelle in den Tabak eingebracht wird.
Molasse herzustellen ist als Produktionsverfahren am Einfachsten. Es stellt sich jedoch die Frage, wohin bei Molasse das Süßungsmittel einzieht, wo die Aromen verbleiben und wo das Glycerin. Bestehen bei dieser Adsorption Unterschiede bezüglich des verwendeten Grundtabaks? Sind Ergebnisse nach längerer Einziehzeit anders als nach wenigen Wochen?
Bei einem Herstellungsprozess geht man in Phasen vor: Soßierung, Aromatisierung, Anfeuchtung, Einziehphase und ggf. Atmungphase.
Hier gilt es zu untersuchen, was die optimale Herangehensweise ist. Wird zuerst Aromatisiert oder zuerst Soßiert? Kann man beides womöglich zusammenlegen. Mit wieviel Glycerin wird angefeuchtet bzw. wieviel Glycerin kann der Tabak aufnehmen? Welche Reifephase ist optimal? Woran erkennt man fertig eingezogenen Tabak? Profitieren Aromen von einer Reaktion mit der Umgebungsluft? Saugt das Glycerin evtl. Wasser aus der Luftfeuchtigkeit auf? Welche Luftfeuchtigkeit ist optimal, bzw. welche ist kontraproduktiv?
Soll Tabak vor Verwendung gewaschen werden? Falls ja, soll er vollständig getrocknet werden oder eine Restfeuchtigkeit behalten? Wie hoch darf die Restfeuchtigkeit sein? Durch Waschen verliert der Tabak Blattsubstanz und damit Aufnahmevermögen.

Inhaltsstoffe:
Ein Inhaltstoff, den man bei der Herstellung wohl einsetzen muss ist Wasser. Hier empfiehlt sich grundsätzlich destilliertes oder demineralisiertes Wasser, um keine unerwünschten Stoffe einzubringen. Algen und Bakterien wären hier erwähnenswert. Soll das Wasser im Tabak verbleiben? Wieviel davon? Soll es wieder vollständig entfernt werden? Weitere Stoffe sind:

Aromen:
Welche Aromen sollen eingesetzt werden? Hier empfehlen sich Aromen auf PG Basis, die auch für Rauchprodukte geeignet sind. Von allem anderen sollte man erstmal absehen. Wie ist die Dosierung? Hängt die Dosierung vom Herstellungsverfahren ab?

Glycerin:
Um es kurz zu machen, VG 99,5%.

Konservierungsstoffe:
Während man bei Selfmadetabak eher dazu tendiert auf Konservierungsstoffe zu verzichten und man dies auch kann, wenn geringe Mengen angemischt werden, die schnell verbraucht werden, sollte man sich hierüber trotzdem Gedanken machen. Kann der Tabak umkippen, gären, schimmeln? Wie lange soll der Tabak haltbar sein? Kaliumsorbat ist ein gängiges Konservierungsmittel in Tabak. Erlaubt sind 2g pro kg fertigen Tabak. Andere Stoffe sind ebenfalls zugelassen. Hier darf man zwischen Pest und Cholera wählen.
Schaut doch mal auf meinem Youtube Kanal vorbei: KashmirHans

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Monday, April 13th 2015, 8:18pm

Hallo,

vielen Dank Pinky für deinen sehr ausführlichen und nicht zuletzt sehr informativen Beitrag. Leider komme ich erst jetzt zum antworten, da ich in den vergangenen Tagen kaum Zeit fürs Internet hatte und nur kurz zum Lesen vorbeikam. Meine Ausführungen beziehen sich vorerst auf einen eher milden Grundtabak, so wie ihn viele namhafte Hersteller verwenden und weswegen ich mich auch auf Virginia Tabakblätter konzentriere.

Ich werde nachfolgend auf all deine Unterpunkte eingehen und am Ende weitere Fragen anhängen.

Süßungsmittel:
Du unterscheidest zwischen fermentierten sowie nicht-fermentiertem Tabak. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, wird für Wasserpfeifen-Tabak ausschließlich letztere Variante verwendet. Stimmt das mit deinen Erfahrungen überein?
Zur Herstellung von Invertzucker findet man hier eine bebilderte Anleitung samt Mengenangaben: Invertzucker-Sirup selbst gemacht | Chefalbino.com

Grundtabak:
Wie oben bereits erwähnt wird zuerst Virginia Tabak verwendet. Mich hat schon eine Nachricht erreicht, indem über einen "Mais-artigen" Geschmack, bei Verwendung von Virginia Tabak, berichtet wurde. Was kann diesen Mais-Geschmack verursacht haben und wie lässt sich dieser Nebeneffekt eliminieren?

Produktionsverfahren:

Du unterscheidest zwischen Aromatisierung und Soßierung. Verstehe ich es richtig, dass bei der Soßierung der Grundtabak mit einem Gemisch aus Invertzucker und Wasser besprüht/bestrichen oder gar eingelegt wird? Aromatisierung ist meiner Auffassung nach wohl der gleiche Prozess plus die Zugabe von Aromen zu dem Gemisch, oder sehe ich das falsch?
Mein Forschungsschwerpunkt wird sich auf Folgendes Verfahren beziehen: Der Grundtabak soll leicht soßiert und aromatisiert werden. Sieht man auch bei Al-Waha zum selbstanfeuchten. Der Tabak ist klebrig, was wohl an dem Honig (so deklariert es Al-Waha zumindest) liegt und riecht bereits nach dem passenden Aroma. Das Glycerin befindet sich wohl in der erwerbbaren Flasche.
Anscheinend ist dieser Prozessschritt ein wesentlicher Faktor bei der Herstellung des Tabaks. Vermutlich wird diese "Grundmischung" länger gelagert, um die Veredlung bei der späteren Zugabe des Flascheninhalts zu beschleunigen.
Es ist wichtig, das für das jeweilige Aroma passende Verhältnis von Wasser, Honig/Invertzucker, Gylcerin und Zucker herauszufinden.
Der Tabak wird mal gewaschen und mal nicht. Dann wird ein Teil des gewaschenen Tabaks vollständig, zur Hälfte und ganz getrocknet. Ich will dabei herausfinden, welches dieser Verfahren am meisten Molasse aufzunehmen vermag.

Inhaltsstoffe:
Das mit dem destillierten Wasser habe ich nicht bedacht. Jedoch müssten die Tabakblätter dann auch in destilliertem Wasser gekocht werden. Hierbei müsste der Wasserkocher vorher entkalkt werden, um eine Mineralisierung des Wassers zu vermeiden.


Aromen:
PG-Basis war klar, da es als Aromaträger dient und gleichzeitig auch als "Geschmacksverstärker".


Konservierungsstoffe:
Ich mach's ungern, doch Kaliumcarbonat wird wohl oder übel ins Endprodukt gemäß der gesetzlichen Höchstgrenzen Einzug finden. Auch hier werde ich je nach Produktionsverfahren schauen, inwiefern auf diesen Stoff verzichtet werden kann.

Sonstiges:
Man hört gelegentlich vom "Tabak-Backen bei geringer-mittlerer Temperatur". Wozu soll das gut sein? Um den Tabak schneller reifen zu lassen?


Nochmals vielen Dank für deine hilfreichen Informationen.


Kurz zum aktuellen Stand:

aromen4you ist aus dem Betriebsurlaub zurück. Einige Aromen werde ich heute Abend bestellen. Wie im Einganspost beschrieben, werde ich mich zuerst auf "einfache" Aromen beziehen und erst viel später mehrere Aromen miteinander kombinieren. Daher wird die Auswahl vorerst auf die üblichen Verdächtigen ausfallen.
Weiterhin habe ich Pipetten bestellt. Ich hoffe, dass alle Zutaten noch in dieser Woche kommen. Dann erfolgt eine genaue Auflistung sowie Links zum Bezug!
Invertzucker werde ich gemäß der obigen Anleitung auch noch in dieser Woche herstellen.

Ansonsten bin ich auf weitere Anregungen gespannt und werde euch stets auf dem Laufen halten.

Euer Fiiine

Pinky

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Monday, April 13th 2015, 10:37pm


Süßungsmittel:
Du unterscheidest zwischen fermentierten sowie nicht-fermentiertem Tabak. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, wird für Wasserpfeifen-Tabak ausschließlich letztere Variante verwendet. Stimmt das mit deinen Erfahrungen überein?
Zur Herstellung von Invertzucker findet man hier eine bebilderte Anleitung samt Mengenangaben: Invertzucker-Sirup selbst gemacht | Chefalbino.com

Überwiegend wird unfermentierter Tabak für die Shisha verwendet. Unfermentierter Tabak hat ein mildes Eigenaroma und gewährleistet somit, dass die Fruchtaromen dominieren. Fermentierter Tabak kommt in Naturtabaken zum Einsatz oder bei Tangiers.


Grundtabak:
Wie oben bereits erwähnt wird zuerst Virginia Tabak verwendet. Mich hat schon eine Nachricht erreicht, indem über einen "Mais-artigen" Geschmack, bei Verwendung von Virginia Tabak, berichtet wurde. Was kann diesen Mais-Geschmack verursacht haben und wie lässt sich dieser Nebeneffekt eliminieren?

Typisches Tabakaroma entsteht erst durch Fermentierung. Das Eingenaroma von Virginia ist eher pflanzlich. Heu, grasig, maisartig oder eben getreideartig. Vermeiden läßt es sich durch Überlagerung mit Aroma. Dazu ist es wichtig, dass die Aromen gut in den Tabak einziehen.


Produktionsverfahren:

Du unterscheidest zwischen Aromatisierung und Soßierung. Verstehe ich es richtig, dass bei der Soßierung der Grundtabak mit einem Gemisch aus Invertzucker und Wasser besprüht/bestrichen oder gar eingelegt wird? Aromatisierung ist meiner Auffassung nach wohl der gleiche Prozess plus die Zugabe von Aromen zu dem Gemisch, oder sehe ich das falsch?
Mein Forschungsschwerpunkt wird sich auf Folgendes Verfahren beziehen: Der Grundtabak soll leicht soßiert und aromatisiert werden. Sieht man auch bei Al-Waha zum selbstanfeuchten. Der Tabak ist klebrig, was wohl an dem Honig (so deklariert es Al-Waha zumindest) liegt und riecht bereits nach dem passenden Aroma. Das Glycerin befindet sich wohl in der erwerbbaren Flasche.
Anscheinend ist dieser Prozessschritt ein wesentlicher Faktor bei der Herstellung des Tabaks. Vermutlich wird diese "Grundmischung" länger gelagert, um die Veredlung bei der späteren Zugabe des Flascheninhalts zu beschleunigen.
Es ist wichtig, das für das jeweilige Aroma passende Verhältnis von Wasser, Honig/Invertzucker, Gylcerin und Zucker herauszufinden.
Der Tabak wird mal gewaschen und mal nicht. Dann wird ein Teil des gewaschenen Tabaks vollständig, zur Hälfte und ganz getrocknet. Ich will dabei herausfinden, welches dieser Verfahren am meisten Molasse aufzunehmen vermag.

Genau, Soßierung ist die Behandlung des Tabaks mit Zuckerlösungen. In ursprünglichen Rezepten wird die Soße eingekocht und auch Dörrobst und Gewürze beigegeben. Es wäre also auch denkbar Aromen in die Soße zu geben, dadurch wären die Aromen direkt schon im Tabak eingezogen. Das könnte sich positiv auf die weiteren Prozessschritte auswirken. Aromatisierung ist dann die Beigabe von Aroma.


Inhaltsstoffe:
Das mit dem destillierten Wasser habe ich nicht bedacht. Jedoch müssten die Tabakblätter dann auch in destilliertem Wasser gekocht werden. Hierbei müsste der Wasserkocher vorher entkalkt werden, um eine Mineralisierung des Wassers zu vermeiden.

Ich denke, die Rückstände von Mineralien haben eher einen geringen Einfluss, wenn überhaupt.


Konservierungsstoffe:
Ich mach's ungern, doch Kaliumcarbonat wird wohl oder übel ins Endprodukt gemäß der gesetzlichen Höchstgrenzen Einzug finden. Auch hier werde ich je nach Produktionsverfahren schauen, inwiefern auf diesen Stoff verzichtet werden kann.

Wie ich bereits sagte, kann man hierauf erstmal verzichten. Bei Experimenten mit kleinen Mengen tritt Schimmel sehr selten auf. Meist nur dann, wenn die Tabakblätter bereits Schimmerlsporen enthalten.


Sonstiges:
Man hört gelegentlich vom "Tabak-Backen bei geringer-mittlerer Temperatur". Wozu soll das gut sein? Um den Tabak schneller reifen zu lassen?

Backen kann das Aroma des Tabaks beeinflussen. Burley erhält dadurch erst seinen schokoladigen Charakter. Tabaknoten können gefördert werden. Aggressive Gerüche abgemildert werden. Soßiert man den Tabak vor dem Backen, so kann sich durch die Wärme die Soße gleichmäßiger verteilen. Außerdem kann es die Trocknungszeit verkürzen.
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